Auch zahlreiche Weiber aus den benachbarten Dörfern, schwer mit Lasten beladen, begegnen uns. Sie sind hier, wie vielfach bei wilden Völkern, die Arbeitstiere des Mannes, dessen einzige Beschäftigung der Krieg ist. Taros werden aus den oft weit entfernten Pflanzungen herbeigeschleppt, Salzwasser zum Kochen der Speisen vom Meere herausgetragen. Die Figuren sind gekrümmt und meistens abschreckend häßlich. Erstaunt fragen wir uns, was es bedeute, daß sie uns ansehen und dabei einen
Ton von sich geben, der — pardon! _
— wie Rülpsen klingt. Es ist keine Folge von Magenüberladung, sondern die fashionable Form des Grußes
auf der Gazelle-Halbinsel, die wir bald in ihrer Einfachheit schätzen und erwidern lernen.
In Herbertshöh fesselt eine ganz besondere Gruppe schwarzer Jungen unsern Blick. Nervige, gut aussehende Gestalten, mit rotem Lawa- Lawn bekleidet, ein Seitengewehr uni die Hüfte geschnallt und eine Schirmmütze mit roter Umrandung und schwnrz-weiß-roter Kokarde auf dem wolligen Haupte. Das siud die Pvlizeisoldaten, ausgesuchte Leute, bei Expeditionen uud Strafzügeu unentbehrlich. Ihre Bewaffnung besteht in einem Kavalleriekarabiner, den sie vortrefflich zu handhaben ver
stehen. Ihre feinen Sinne und ihre Eingeborener ans der Umgebung von Herbertshöh.
Kenntnis der Landesbräuche in
Frieden und Kampf machen ihre Dienste unter Umstanden unvergleichlich wertvoller als die eiues weißen Soldaten. Natürlich iverdeu sie auch zu Arbeiten im Dienste der Regierung, als Ruderer, zu Wegebnuteu und dergleichen, verwendet.
Inzwischen hat die „Stettin" ihre Ladung gelöscht, uud am Morgen in aller Herrgottsfrühe dampfeu nur iu etwa einer Stunde hinüber nach Matupi, einer vulkanischen Insel im inneren Teile der Blauchelmckit.
Im Vorbeifahren bewundern wir aus nächster Nähe die Vullmi- gruppe, die unseren Blick von Herbertshöh aus so oft gefesselt hat. Der