—° 140 —
Stunden Anker warfen, kann ich nur wenig berichten. Die Insel erhebt sich als flachgewelltes Hügelland zu höchstens 50 m über den Spiegel der See. In scharf ausgeprägten steilen Stufen von Korallenkalk steigt die Küste aus dem Meere empor. Wohin man blickt, sieht man grüne Wiesen mit weidenden Schafherden, nur vereinzelt hie und da Bäume And Gebüsch. Die Bevölkerung ist arbeitsam, betreibt Weberei, Viehzucht und Ackerbau.
Am Strande stehen nur wenige Hütten. Nach dem Hauvtdorse Wurili gelangt man durch ein kleines, in den Korallenkalk eingeschnittenes Thal, in etwa einer halben Stunde. Bei dem heftigen Regen und kurzen Aufenthalt mußte ich mir diesen Spaziergang versagen.
Die Bevölkerung zeigt hier, wie auch auf den übrigen Inseln, keine ausgeprägten Charakterzüge. Man sieht alle möglichen Schattierungen der Hautfarbe und krauses wie schlichtes Haar.
Auffallend sind die Waladas, Menschen mit blondem Haar und europäischen Gesichtszügeu, die Nachkommen einer holländischen Soldatengarnison in alter Zeit, die sich für mehr dünken als die anderen Eingeborenen, mit ihnen keine Verbindung eingehen, und sich daher ziemlich rein erhalten haben. Die Männer tragen Hose und Jacke, die Frauen, von denen einzelne recht hübsch sind, Sarong, weiße Jacke und Pantoffeln. Die übrigen Leute sind nur mit dem Lendenschurz bekleidet.
Erwerbungen glückten mir leider nur wenige, da kaum jemand sich bereit erklärte, ins Dorf zu laufen und das Gewünschte zn holen. Schwert, Bogen und Pfeile, ein kleines Ahnenbild und einige Schmuckgegenstände war alles. Die Einwohner sind angeblich Christen, aber nach Jacobsen wimmelt es im Innern von Matakaus, Ahnenbildern und anderen heidnischen Resten.
Nach dreistündiger Fahrt erreichten wir Letti, eine bergige Insel, die in der Mitte zu etwa 400 m ansteigt und sich nach allen Seiten in gewellten Hügeln mit weichen Formen zum Meeresspiegel niedersenkt. Eine weite grüne Grasdecke, nur hier und da von einzelnen Bäumen bestanden, hüllt sie ein. Am Strande sind neben spärlichen Kokospalmen mehrere Dörfer sichtbar. Eines derselben, Tutukai, ist auf einem breiten, ins Meer vorspringenden Felsplateau erbaut, und sieht mit den graueu Mauern, die es rings umgeben, recht malerisch aus. Nur wenige Minuten davon entfernt liegt unten am Strande das Dorf Serwaru, vor dem wir, in respektvoller Entfernung von der Küste und ihren Korallenklippen, Anker werfen.
Am Strande empfing uns ein Hause lebhafter, wilder, brauner