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Smaragdinseln der Südsee : Reiseeindrücke und Plaudereien / von Alexander Pflüger
Entstehung
Seite
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wimmelte es vorn wie auf einem Jahrmarkt, wurde gefeilscht und meist mit Geld, nicht mit Naturprodukten, bezahlt.

Ich entfloh der nicht gerade angenehmen Atmosphäre und fuhr im Schiffsboot mit einem Koffer voll Tauschartikel au Land. Von der Landungsstelle ging/s in fünf Minuten zum Dorf, einem Dutzend unglaublich armseliger, wackeliger Hütten, oder besser Dächern ohne Seitenwände. Das hervorragendste Bauwerk war das Schulhaus, oder besser die Schulhütte. Es ist wirklich alles mögliche, daß die Re­gierung nicht allein hier, sondern auf allen übrigen Inseln, die wir noch besuchen werden, den Eingeborenen diese Segnung zu teil werden läßt. Das Lehrermaterial besteht zur Mehrzahl aus Ambonesischeu Christen, denen man für diesen Beruf, wie auch für den des Predigers unter den Wilden, Talent nachrühmt.

Das Innere der Hütten entspricht ihrem Äußern. Die nackte Erde bildet den Fußboden. Rechts und links erheben sich an der Seitenwand wackelige Bambusgestelle als Schlasplätze. Der ärmliche Hausrat liegt in den Ecken herum, oder baumelt an Rotangstreisen vom Dach herunter. Die Feuerstelle befindet sich unter einem Vordach, und Schweine, Hühner und Hunde teilen die Wohnstatt der Menschen.

Von der Bevölkerung traf ich, da die Männer auf dem Schiff waren, nur die Weiber und Kinder an. Letztere gehen nackt, erstere tragen einen Sarong um die Hüften. Sobald die erste Furcht überwunden war, schleppte man mir als einzige Gegenstände von Interesse Bogen und Pfeile heran, die dem Fischfang dienen. Ich erwarb sie gegen Geld und Glasperlen; für einen Gulden Münze um Geldeswert hatte ich bald ein ganzes Bündel der verschiedensten Formen zusammen. Sonst war in dem Jammerdorf absolut nichts vorhanden; alle Geräte waren von der primitivsten Form, ohne jede Verzierung, oder gar europäischen Ursprungs.

Der Leser hat bisher so viel vonbis zum Gipfel dicht bewaldeten" Bergen undprächtiger Vegetation" gehört, daß er sich wundern wird über den Anblick, der uns am nächsten Morgen nach 15 stündiger Fahrt beschert wurde. Da, streckte sich im Frühlicht eine lange Kette hoher, gezackter, fast gänzlich kahler, oder nur mit spärlichem Baumwuchs be­kleideter Berge aus. Wir befinden uns in der Wetterstrnße, und die kahlen Gipfel gehören der portugiesischen Hälfte der Insel Timor an.

In der That sind wir hier in das Gebiet eingetreten, das der aus dem Innern Australiens kommende trockene Südostmonsun vom April bis zum November überstreicht. Je weiter wir von hier nach