Für billiges Geld kann man hier die schönsten, prächtig gefärbten Loris und weißen Kakadus kaufen. Die Tierchen sind an einen Ring gefesselt, der über die Querstange eines kleinen Bogengestells gleitet, und trotz dieser schauderhaften Befestigung munter, lebhaft und zutraulich. Überall in den Molukken sieht man sie zu Dutzenden vor den Häusern baumeln, von den Leuten auf dem Spaziergaug und im Kanu mitgeschleppt und auf dem Dampfer in allen Ecken und Winkeln aufgehängt.
Nach Tisch wanderte ich auf der anderen Seite der Insel herum nach der Lagune. Der breite, gute Weg führt in einiger Entfernung von der Küste durch die verwilderten Gärten früherer Villen, in denen nur noch Reste des Mauerwerks von einstiger Pracht zeugen, durch Gebüsch von Sagopalmen und Mangroven, mit einzelnen herrlichen alten Feigenbäumen. Später wendet er sich dem AbHange des Vulkans zu, nw die Lagune, ein kleiner Wasserspiegel, von senkrechten Wänden eingefaßt, nach etwa IV2 Stunden erreicht wird.
Damit hatte ich, mit Ausnahme des Sula-Tcckomi, alle Sehenswürdigkeiten erschöpft, die die kleine Insel bei kurzem Aufenthalt bietet. Die Besteigung des Vulkans mußte ich mir leider versagen. Der Weg hinauf ist, besonders zum Schluß, sehr steil und beschwerlich. Von der Ostküste aus erkennt man die drei Spitzen des Berges, die durch wilde, vegetationslose Schluchten voneinander getrennt sind. Dem Beschauer von der Reede in Südosten erscheint er dagegen als breiter Kegel.
Spät am Abend dampften wir weiter und sahen am Vormittag des nächsten Tages im Osten die zahlreichen, dichtbewaldeten kleinen und großen Inseln der Batchiangruppe. Von Süden her, durch die Straße zwischen Mandioli und Batchian einfahrend, warfen wir nach 15 stündiger Fahrt vor dem Dorfe Batchian in einer geschützten Bucht Anker.
Die Insel wird durch eine flache, sumpfige Einschnürung, an deren estlicher Seite das Dorf liegt, in zwei bergige Hälften geteilt. Im Süden erhebt sich, steil in die Bucht einfallend, der Labua, dessen Höhe ich auf 1700 m schätze. Die Berge der nördlichen Hälfte scheinen niedriger zu sein. Hinter dem Dorfe, vielleicht in 6 bis 7 Km Luftlinie, steigt isoliert aus der sumpfigen Ebene ein kleiner, bewaldeter, abgestumpfter Kegelberg zu etwa 400 m Höhe auf, ganz unzweifelhaft ein Vulkan. Leider konnte ich ihn nicht besuchen, da der Weg dorthin der vielen Sümpfe wegen mindestens einen Tag in Anspruch nimmt. Von Eingeborenen wurde mir aber versichert, daß sich auf dem Gipfel ein runder See, also wohl ein alter Krater befinde. Ich halte, auf die Ansicht Martins, der den Berg dem Aussehen nach gleichfalls als Vulkan an-