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Smaragdinseln der Südsee : Reiseeindrücke und Plaudereien / von Alexander Pflüger
Entstehung
Seite
107
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bedenke, daß an der Stelle des Bergwerkes sowohl wie des dahin führenden Weges vor wenigen Jahren noch dichte Wildnis war. Welchen Aufwand an Mühe und Geld muß es erfordert haben, die Maschinen an Ort und Stelle zu schaffen und die Baulichkeiten herzurichten, ehe an geregelten Betrieb gedacht werden konnte.

Dunkle Nacht war^s, als ich in meinem Häuschen am Strande an­langte, um bald daraus den Schlaf des Gerechten zu schlummern. Wie ich am Morgen erwachte, war schon der Dampfer am Horizont sichtbar, der, von Makassar über Menado kommend, mich nach den Molukken bringen sollte.

Bis zum späten Nachmittag blieben wir in der Bucht vor Anker liegen, da das Ausschiffen schwerer Maschinenteile für das Bergwerk große Mühe verursachte. Endlich war alles fertig, meine Koffer, die man in Menado an Bord gebracht hatte, rettete ich gerade noch recht­zeitig vor irrtümlichem Mitausgeladenwerden, und die Reise ging weiter.

In aller Herrgottsfrühe fuhren wir am nächsten Mvrgen in den prächtigen Hafen von Gorontalo ein. In den schroffen, kahlen Granit­bergen der Küste öffnet sich hier ein breites Thor, durch das der Goron- talo-Fluß den Ausgang erzwungen hat. Diese Berge schließen die hinter ihnen gelegene Ebene wie eine Mauer gegen das Meer ab. Durch die Öffnung erblickt man eine grüne, weite Fläche, im Hintergrunde blaue Höhenzüge. Dort liegt, unsern Blicken entzogen, der Flecken Gorontalo und das Meer von Limbotto.

Wir ankern am linken Ufer der trichterförmigen Mündung des Flusses, wo die Granitfelsen steil in die Flut abstürzen, hier, wie gegen­über, nur Platz für ein paar Schuppen und Kontore lassend. Ein Kanu bringt mich auf die andere Seite, wo die Fahrstraße am Fuße der Berge entlang in wenigen Minuten nach Gorontalo führt.

Gorontalo ist der Ausfuhrplatz für den Handel des Tominibusens. Man bemerkt am Eingange der Stadt ein kleines Fort, weiter den Klub, das hübsche, als Hotel dienende Haus des Agenten der Dampfergesell­schaft, und ein paar Straßen mit chinesischen Läden.

Die Bevölkerung bilden Buginesen; sie gehen in derselben Tracht wie die Leute von Makassar einher. Nur sind die kurzen Hosen der Männer zu regelrechten Badehosen zusammengeschrumpft, und man sieht lebhafte Farben. Gelbe Kopftücher, rote und gelbe Sarongs bieten dem Auge, gewöhnt an die stumpfen Farben der javanischen Tracht, einen auffaltenden Anblick. Die Frauen verhüllen den Kopf mit dem Sarong, ben sie beim Gehen mit erhobenen Armen auseinander spreizen, so