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Smaragdinseln der Südsee : Reiseeindrücke und Plaudereien / von Alexander Pflüger
Entstehung
Seite
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Nach kurzer Rast verabschiedete ich mich, um nach Kota-Radja und von dort nach Olehleh zurückzufahren.

Eine Menge kranker Offiziere und Soldaten kamen am nächsten Tage an Bord, und das bisher einsame Schiff bot nun ein Bild bunten Lebens. Aus dem Vorderdeck stolperte man über Matratzen, und hinten etablierten sich Spieltische. Bald ertönte der Kanonenschuß, mir fuhren dicht am Festland vorbei; zur Linken, schroff ins Meer einfallend, üppig bewaldete Berge, zur Rechten kleine hübsche Inseln, die die Schichtung des Kalkes, deutlich erkennen ließen. Nach Umschiffung der Nordwest­ecke Sumatras, des Kap Radja, ward der Kurs südlich genommen, und wir blieben während des ganzen Tages nahe den niedrigen Hügeln der Küste. Der folgende Morgen fand uns in etwa 80 Meilen Entfernung vom Lande; seine zarten, blauen Umrisse erschienen am fernen Horizont. Eine lange, aus Südwesten anrollende Dünung versetzte das Schiff in regelmäßige Schwankungen; die Temperatur stieg auf 32", Celsius, der Wind schlief ein, und bleierner Druck lastete auf den Gemütern, bis ein kolossaler Regenguß am Abend Kühlung brachte.

In der Nacht passierten wir die Batu-Inseln und steuerten, den Kurs östlich nehmend, zwischen diesen und der großen Insel Berut auf Padang zu. Am frühen Morgen erblickte man in nordöstlicher Richtung, scheinbar aus dem Meere aufragend, den eleganten Kegel des Vulkans Ophir (3000 m) und geradeaus einen langen, hohen Gebirgsrücken, von dem sich die Vulkane Singgalang und Merapi (2890 in) nebeneinander abhoben.

Langsam nähert sich das Schiff dem Lande, immer deutlicher offen­bart sich dem entzückten Auge die ganze Pracht tropischer Landschaft. Eine weite, grüne Alluvialebene breitet sich aus, hinter der in Terrassen das dichtbewaldete, langgestreckte Gebirge emporragt. Mächtige, im blauen Duft uerschwimmeude Vulkankegel überragen die gezackte Linie des Kammes. Und im Vordergrunde das tiefblaue Meer, aus dem sich kleine, weißgesäumte Kornlleninseln mit nickenden Kokospalmen wie zier­liche Blumenaufsätze erheben.

Nun befinden wir uns am Eingange der prächtigen Königinbucht. Üppig bewaldete Hügel, deren wundervolle Vegetation hie und da vom Rotgelb schroffer Felsabstürze unterbrochen wird, spiegeln sich in dem satten, vollen Grün des Wassers. Unschwer erkennt man in der halb­kreisförmigen Bucht die Reste eines alten Kraters. Im Hintergrunde erblickt man die niedrigen Gebäude der Landestelle Emmahafen, daneben eine große, eiserne Brücke, von der die Kohlen, die die Eisenbahn aus