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Smaragdinseln der Südsee : Reiseeindrücke und Plaudereien / von Alexander Pflüger
Entstehung
Seite
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blick des wolkenumhüllten Selawa djanten, dessen Fuß dem blauen Meere entstieg. Niedrige Hügel schlössen sich an, zur Rechten wurde die bergige Insel Polo-Weh, geradeaus die Inseln Besas und Nasi-Besar sichtbar, im Hintergrunde erschienen die Berge der Westküste, und bald gingen wir in der großen Bucht von Olehleh vor Anker.

Olehleh, der Hafenplatz für Kota-Rndja, der holländischen Nieder­lassung im Hinterlande, besteht aus wenigen weißen Häusern dicht am Strande. Die Bucht wird im Westen durch ein weit vorgeschobenes Vorgebirge, den Ausläufer der westlichen Gebirgskette Sumatras, ge­schützt. In nordöstlicher Richtung zieht sich der Strand lang und flach hin bis zum Pedropunt, dem Ausläufer des Höhenzuges der Nordküste. Zwischen beiden Bergketten liegt die breite Alluuialebene des Atjeh-Flusses. Ihren Hintergrund bildet im Süden der dreigipfelige, lange Rücken des Batu mukurah und im Südosten der Vulkankegel des Selawa djanten. Der Hafen ist seicht, und als warnendes Zeichen liegt auf einer Sand­bank ein gestrandetes Schiff.

Die gegenüberliegende Insel Poloweh besitzt einen weit besseren Hafen. Zur Zeit werden dort neue Docks gebaut, und es besteht bei den Holländern die Absicht, aus der Insel einen Konkurrenzplatz gegen Singapore und Pencmg zu machen. Der Deli-Tabak, bisher über Penang und Singapore verschifft, soll durch eine noch zu erbauende Küstenbahn dorthin transportiert und von den großen Dampfern abge­nommen werden. Eine Kohlenstation besteht bereits und wird zum Verdruß der Engländer von fremden Kriegsschiffen benutzt. Kurz, man erhofft in der nächsten Zeit einen außerordentlichen Aufschwung Sumatras, eine durch die ungeheuren Reichtümer dieses herrlichen Landes zweifellos gerechtfertigte Erwartung. Es ist nur die Frage, ob England sich die Konkurrenz gefallen lassen oder nach berühmten Mustern Gewalt vor Recht gehen lassen wird.

Von Olehleh führt eine Schmalspurbahn in 15 Minuten nach Kota- Rndjn, dem größeren, trocken und verhältnismäßig gesund gelegenen Orte. Der Weg geht durch sumpfige Dschungel, mit einzelnen herrlichen Palmen­beständen, die einen Vorgeschmack von der unbeschreiblich üppigen Vegetation im Innern der Insel bieten. Ein alter Chinese schaffte mein weniges Gepäck nach dem kleinen Hotel, wo ich behagliche Unterkunft fand.

Überhaupt siud die Hotels der holländischen Kolonieen fast durch­weg sauber uud gut; sie unterscheiden sich sehr zu ihrem Vorteil von den scheußlichen Unterkünften in Britisch-Indien. Die Betten sind wahre Ungeheuer ihres Geschlechts. Die Badekammer, in Indien höhlen-