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zu füttern und mit menschlichem Urin zu tränken. Mehr ins Völkerkundliche schlägt ein von den Bewohnern von Ngurumahamba gehegter Aberglaube, nach dem die „Nunda", d. i. ein hinterlistiges, gewalttätiges und gefürchtetes Wesen, sei es Mensch oder Tier, in Gestalt einer riesigen Schlange im Busch auf Menschen lauert, die sie dann beim Vorbeimarschieren umbringt und auffrißt. Und was derartiger Belege für die Bestialität und das Vorwalten niedriger Instinkte bei jenen Söhnen einer un-
gebändigten Natur mehr sind. Wie tief die Neigung zu Gewaltakten den Leuten im Blute steckt, zeigt doch auch der S. 30 erwähnte Vorfall, wo die kaum von der Beschneidung geheilten Knaben eine arglos des Wegs daherkommende Frau aus lauter Übermut und aus Freude eben an der Gewalttat in die Sklavengabel legen. Wenn das bei solchen unausgewachsenen Knirpsen schon möglich ist, um wieviel stärker wird dann die Neigung erst bei Erwachsenen sein.
Zusammenfassung und Rückblick.
Von Betätigungen einer so niedrigen Gesinnung, wie sie aus den erwähnten Kriminalakten hervorgeht, habe ich sonst während meiner Expedition nur wenig bemerkt; nur zwei Fälle sind mir noch in Erinnerung. In einem hatte ein Ehemann seine Frau wegen eines
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geringfügigen Versehens in scheußlichster Weise körperlich mißhandelt, wofür er in ganz legalem Verfahren und mit erfreulicher Promptheit seitens des zustehenden Akiden Matola zu der Maximalzahl der zulässigen Peitschenhiebe verurteilt wurde. In dem andern Fall hatte ein Makondebursch einen arglos und harmlos seines Wegs dahinziehenden Landsmann, der seine paar Ziegen zur Küste zu führen im Begriff war, hinterlistig aus dem Busch heraus überfallen und mit seinem langen Messer arg zugerichtet. Die ganze Schläfenpartie dieses Unglücklichen klaffte, von einem langen Horizontalhieb des Messers getroffen, bis auf die Knochenhaut weit auseinander; der linke Oberarmmuskel war fast in seiner ganzen Länge vom Oberarmknochen losgeschält; außerdem hatte er noch eine Reihe anderer Stiche und Schnittwunden davongetragen. Ein Vernähen der Wunden mit Seide war nicht angebracht, da mit dem Übeltäter zugleich auch das Opfer zur Küste marschieren mußte, wobei die Möglichkeit der Herausnahme der Nadein gänzlich gefehlt hätte. So hat es ein einfaches Säubern und Verbinden der furchtbaren Wunden auch getan; der Verletzte ist in der Tat schon fast völlig verheilt an der Küste angekommen. Auch der Übeltäter, dieser aber erst nach einigen Zwischenfällen. Von Mahuta aus gab ihm der Wali den kleinsten und schwächsten seiner Ba- haria (Matrosen) als Transporteur mit. Schon nach dem ersten Nachtlager hatte dieser nichts mehr zu hüten, denn sein Bewachungsobjekt war längst über alle Berge. Zum Glück für den kleinen Krieger hatte aber der Flüchtling seine Kette nicht zu sprengen
vermocht, so daß er an ihr erkannt worden war und vom ersten pflichttreuen Jumben hatte wieder eingeliefert werden können.
Von diesen vereinzelten Vorkommnissen abgesehen, sind meine Eindrücke vom Charakter der Bevölkerung des Südostens unserer Kolonie im allgemeinen als gut zu bezeichnen. Die Wamuera schließe ich aus; mit ihnen bin ich zu flüchtig in Berührung gekommen, als daß ich über sie und ihre Eigenschaften ein Urteil fällen könnte. Einen ausgezeichneten Eindruck habe ich von den Jao gewonnen; ihre politische Zuverlässigkeit und Treue ist ja durch die großen Ereignisse der letzten Jahre genugsam erhärtet worden, aber sie sind unzweifelhaft auch wirtschaftlich ein durchaus tüchtiges und zukunftreiches Volk, das die Aufmerksamkeit, mit der man regierungsseitig seine Führer, besonders Matola und Nakaam, behandelt, vollauf verdient. Bedauerlich ist nur der Umstand, daß sie der Zahl nach so sehr zurücktreten; doch auch so bilden sie den Sauerteig, der mit seiner Tatkraft und rührigen Wirtschaftlichkeit nach und nach die ganze trägere Masse der übrigen Bevölkerung durchdringen wird.
Mit den Jao konkurrieren in der Wertschätzung der Weißen lediglich die Makua. Auch sie sind ja neu im Norden des Rowuma und einstweilen auch noch nicht übermäßig zahlreich vertreten; doch auch sie bilden für uns ein unstreitig wertvolles Element, das von dem einen oder dem andern der weißen Herren sogar höher eingeschätzt wird als die Jao. Allerdings scheinen sie nicht die Zuverlässigkeit dieser letzteren zu besitzen, wie ihr zweifelhaftes Benehmen während des letzten Aufstandes bewiesen hat; zudem ist bei ihnen die Neigung, bei vorkommenden Mißhelligkeiten mit der deutschen Regierung über den Rowuma hinüber ins portugiesische Gebiet zurückzukehren, immer sehr stark vorhanden. Es wird also
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