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stärkt waren, von neuem an den obersten Rowuma zurückgezogen und haben sich am Mohesi, einem linken großen Zufluß des Rowuma, niedergelassen. Dort saßen sie und vermehrten sich, und dort saßen sie lange. Dann kamen die Masitu (die Wangoni) und vertrieben sie. Chembewe war damals ein Junge. Die Masitu gingen über den Rowuma; die Wawao aber zogen bis zum untern Rowuma und ließen sich am Nangurue nieder, dem weit und steil in die Ebene hineinragenden Südwestzipfel des Makondeplateaus. Hier unten fanden sie zwar das ganze Land von Makua bewohnt, zwischen denen sie sich niederließen; eine Vermischung aber habe dennoch nicht stattgefunden.
Über gegenwärtige große Führer des Volkes und Heroen der Vergangenheit befragt, gaben dieselben alten Männer folgende Namen an : ein großer Häuptling Mambwe lebe auf der andern Seite des Rowuma dicht beim Salofluß. Verstorbene Helden früherer Zeit seien gewesen: Ananjoka, der viel Elfenbein hatte, Anampotu, Anachuua, Anaka- tambu, Anawalawata und Anajereru. „Ana" ist synonym mit „che" und bedeutet gleich diesem Herr. Alle diese Herrscher seien heute tot, ihre Untertanen aber seien Hörige anderer Großen geworden.
Nach dem Gewährsmann Daudi kommen die
Jao von einer Gegend, die ebenfalls Jao heißt, nach der sie demnach genannt worden wären. Eine andere Erklärung lautet: sie betteln nicht, sondern leben nur vom Selbsterworbenen (Wakulyayaope, d. h. sie leben von Selbsterworbenem). So schön und bequem die letztere Erklärung 1 lautet, so hat einstweilen doch wohl die erstere das Meiste für sich.
Machinga bedeutet auch nach Daudi Hügelleute (von Machinga, Hügel, bergiges Gelände); sie kommen aus einem Lande, wo es viele Hügel gibt. *) Massaninga ist ebenfalls ein großer Hügel. Als die ältesten Stämme im Lande gelten die Wamuera, die Makonde und die Wamatambwe. Die Makonde hätten früher im Tiefland gesessen, seien aber durch die Jao auf das nach ihnen benannte Hochland vertrieben worden. Über die Jao des Said Makanjira am Mbemkuru und ihre Wanderungen war hier im Süden wenig bekannt; man wußte wohl, daß auch er und seine Leute aus dem Südwesten gekommen und bis Kilwa Kisiwani vorgedrungen, dann aber an den Mbemkuru nach dem Südwesten zurückgewichen seien. Dort sei Said Makanjira während des Aufstandes gestorben.
*) Nach Mitteilung des Herrn Ewerbeck liegt eine solche Landschaft Machinga am obem Mbemkuru (Umbekuru).
Marsch an den Rowuma und aufs Makondeplateau.
Gegen Ende August 1906 befiel mich ein heftiges, langandauerndes Fieber, von dem ich am Rowuma Erholung erhoffte. Ich verließ demnach Tschingulun- gulu, sobald es mein Gesundheitszustand zuließ, marschierte zunächst nach Südwesten, dann nach Süden und erreichte, indem ich dem Unterlauf des Mwiti folgte und den völlig versumpften Litschehe-See berührte, den Rowuma in der Landschaft Mitandawara. Für den Ethnologen bietet der große Grenzfluß gegen Portugiesisch-Ostafrika nichts, es sei denn, daß ihm hier und da ein paar einsame Matambwe in den Weg kommen. Diese noch von Livingstone als einer der kräftigsten und zahlreichsten Stämme jenes Gebiets geschilderte Völkerschaft ist bereits seit Jahrzehnten eine wahre Ruine; keiner von allen den zahlreichen Offizieren und Beamten, die seit dem Beginn unserer kolonialen Betätigung das Rowumatal durchzogen haben, kennen sie anders als sie auch mir entgegengetreten sind: als ein völlig aufgelöstes Volkstum, das sich nur noch im Bereich des mittlem Rowuma in kleinen Siedlungen auf den Inseln des Flusses äußert, während weiter unten gegen den Engpaß zwischen Makonde- und Mawiaplateau hin und in diesem tiefausgegrabenen Erosionstal selbst auch solche Siedlungen nicht mehr vorkommen. Mir selbst begegneten
nur ganz vereinzelt Einbäume mit wenigen Insassen, die irgendwo am Ufer oder auf den Inseln ihre einsame Hütte besaßen; von geschlossenen, ganz oder auch nur annähernd reinen Matambwe-Sied- lungen habe ich in dem von mir bereisten Gebiet nichts vernommen. Eine Ausnahme macht vielleicht die winzige Ortschaft Mangupa am Plateauabhang südlich von Newala, wo ich an einer Schlußfeier des Mädchen - Unyago teilnahm ; Mangupa wurde mir als ein von Matambwe bewohnter Ort geschildert. Da diese anthropologisch (Taf. 59 Abb. 2 a b und Taf. 60 Abb. 3) und ethnisch genau dieselben Züge zeigen wie die Makonde, von denen sie auch der Sprache nach nur dialektisch und wenig verschieden sind, so ist ihr Untergang zwar vom Standpunkt der Kolonialwirtschaft und auch rein menschlich zu beklagen, für unsere Wissenschaft bilden sie hingegen nach alledem kaum einen Verlust.
Die amtliche Schätzungszahl für die Matambwe ist 3372. Das ist auch für eine ostafrikanische Völkerschaft wenig. In der Tat ist denn auch schon diese geringe Anzahl der sprechende Ausdruck für das Ruinenhafte, das diesem -noch vor einem halben Jahrhundert so mächtigen und zahlreichen Stamme heute anhaftet. Von diesen rund 3000 Matambwe habe