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Wissenschaftliche Ergebnisse meiner ethnographischen Forschungsreise in den Südosten Deutsch-Ostafrikas ; mit 63 Bildertafeln, 1 Karte und einer Beilabge in Faarbendruck / von Karl Weule
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Vorbereitungen, Ziele und Ausrüstung.

Mit den Herren Dr. F. Jäger und Eduard Oehler landete ich am 1. Juni 1906 in Daressalam. Wir drei waren von derKommission für die landeskund­liche Erforschung der deutschen Schutzgebiete" be­auftragt, zunächst ein nahezu gemeinsames geogra­phisches Ziel zu erstreben; jene beiden Gelehrten sollten die Gebiete zwischen der nördlichen Pangani- Senke und dem Victoria Njansa geographisch unter­suchen, ich mich in dem ethnisch interessanten Ge­biet südlich vom Manjara- und Ejassisee völkerkund­lichen Forschungen unterziehen. Operationsbasis beider Expeditionen sollte Kondoa-Irangi sein, das wir von Mombo oder einer anderen Station der Usambara- bahn aus auf dem Wege durch die südliche Massai- steppe erreichen sollten. .

Die Herren Dr. Jäger und Oehler haben ihre Auf­gabe programmgemäß durchzuführen vermocht; mir selbst wurde mein ursprüngliches Unternehmen durch den Ausbruch des Iraku-Aufstandes in der ersten Hälfte des Juni 1906 unmöglich gemacht. Dieser Aufstand hat sich später als das herausgestellt, was man schon während meines Aufenthaltes in Dar­essalam in ihm vermutete, nämlich als eine beim Viehhandel entstandene Streitigkeit zwischen Weißen und Schwarzen; für die Eigenart meiner Forschungs­reise, die sich von vornherein auf den engen Verkehr mit den an sich schon scheuen Eingebornen jenes Ge­biets angewiesen sah, war der Ausbruch dieser Un­ruhen indes ein triftiger Anlaß, mich nach einem anderen Forschungsgebiete umzusehen.

Unter den vielen völkerkundlichen Arbeits­feldern, die Deutsch-Ostafrika auch heute noch bietet, habe ich mir mit Zustimmung des Kaiserlichen Gou­vernements und der Landeskundlichen Kommission den Südosten des Schutsgebietes, das weitere Hinter­land von Lindi und Mikindani und die Nachbar­schaft des mittlem Rowuma ausgewählt. Dieser Teil Deutsch-Ostafrikas war zwar auch Aufstands­gebiet, aber er hatte den großen Vorzug, den Aufstand der Bezirke Lindi, Kilwa und Ssongea gerade kurz vorher bereits niedergeschlagen zu sehen. Man mußte

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 1.

erwarten, daß manches von den alten Verhältnissen geschädigt oder gar vernichtet sein würde; im übri­gen aber war der Beweis unserer Macht doch so nach­drücklich erfolgt, daß ein Aufenthalt, zumal unter dem Schutz einer Anzahl von Soldaten, durchaus nichts Gefahrdrohendes an sich zu haben schien. Zudem war das Makondeplateau mit seiner unzu­verlässigen Bevölkerung durch den starken Militär­posten von Luagala gedeckt.

Auf Anraten des Kaiserlichen Gouvernements nahm ich den Stamm meiner Träger und mein eige­nes Dienstpersonal von Daressalam selbst mit nach dem Süden. Mit 24 Wanjamwesiträgern, 2 Boys und einem Koch landete ich am 22. Juni in Lindi, von wo ich am 11. Juli den Marsch ins Innere antrat.

Meine wissenschaftliche Ausrüstung bestand aus folgenden Apparaten und Instrumenten:

1. einem photographischen Apparat 13x18 mit Teakholzkamera und einem Voigtländerschen Colli- near II,

2. einem photographischen Apparat 9x12 von Dr. Krügener mit Metallkamera und einem Voigt­länderschen Collinear III.

Beide Apparate wie auch die gesamte andere p h o - t o g r a p h i s c h e Ausrüstung waren von Ge­brüder Grundmann in Leipzig bezogen worden. Der große Apparat stak mit allem seinem Zubehör in einem festen, hölzernen, mit Leder bezogenen, durch Gummistreifen und Falz wasserdicht schließenden Koffer, der sich gegen alle schädigenden Einflüsse, wie Klima, Fall und Stoß ausgezeichnet bewährt hat. Das Ganze bildete gerade eine mäßige Trägerlast, war sehr schnell auseinander zu nehmen und ebenso rasch, und zwar auch von meinen schwarzen Assistenten, wieder zu verpacken. Auch die beiden Apparate selbst haben vorzüglich funktioniert; der 13x18 Appa­rat hat nie versagt, während der Ausziehschlitten des kleineren sich zum Photographieren mit abge­schraubter Vorderlinse als etwas zu schwach erwies. Zu allen anderen Aufnahmen aber war er dafür ganz vorzüglich geeignet: handlich, einfach zu bedienen,

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