192 Europäisches Rußland. Deutsche Zeitungen. Theater und Vereine. Konsulate.
, Rigaische Industrie-Zeitung", vierzehntägig; „Land- und sorstwinschaftliche Zeitung", wöchentl. 1 mal; „Der Oekonom", monatl. 1 mal; „Baltische Waidmannsblätter". „Das Pferd in Rußland", wöchentlich.
Auch an deutschen Theatern fehlt es nicht. In St. Petersburg spielen jährlich während der Oster-Fasten Mitglieder verschiedener deutscher Bühnen unter Direktor Philipp Bock aus Berlin im Kaiserlichen Alexandra- Theater. Zeitweife unterhält auch der deutsche Handwerkerverein „Die Palme" ein Theater. Im Aquarium werden im Winter Wiener Operetten gegeben, und im Kleinen Theater oder im Pawlowschen Saal finden von Zeit zu Zeit Aufführungen in deutscher Sprache statt. Ein Verein von Liebhabern dramatischer Literatur veranstaltet periodisch deutsche Vorstellungen. Moskau, „Deutsches Theater". Lodz, „Thalia-Theater", seit 1882. Riga, „Stadt-Theater", seit 1863, und „Sommertheater" im Hagensberger Park. Reval, „Stadt-Theater", seit 1860. Mit au, „Stadt-Theater" mit Konzerthaus. Li bau, „Stadt-Theater". Dorvat, „Saison-Theater", seit 1870.
Vereine: Die deutsche Kolonie in St. Petersburg hat drei Vereine, den im Jahre 1842 gegründeten „Deutschen Wohltätigkeitsverein", unter dem Präsidium des jeweiligen deutschen Botschafters, mit einem ihm eigentümlich gehörigen Armenhaus für alte Frauen und einem Erziehungshaus für 80 bis 90 Knaben und Mädchen; ferner den im Jahre 1885 in das Leben getretenen „Verein der Angehörigen des Deutschen Reiches" mit ebenfalls einem Frauenasul; und drittens den im Jahre 1903 gegründeten „Wohltätigkeitsverein Kaiser Wilhelm I." mit einen: Stift für alte Männer. Diese drei Vereine hatten im Jahre 1904 ein Barkapital von insgesamt 176 300 Rubel, dessen Zinsen nebst dem sich auf etwa 18 000 Rubel belaufenden Jahresertrage der Sammlungen zur Verpflegung der alten Männer und Frauen in den Asylen, zur Erziehung der Kinder in dem Erziehungshause und zu laufenden Unterstützungen für hilfsbedürftige deutsche Reichsangehörige verwandt werden. Im Jahre 1883 stifteten deutsche Reichsangehörige zum Andenken an den Kaiser Alexander II. das Aleranderhospital für Männer, ein im besten Rufe stehendes Krankenhaus, das heute ein großes eigenes Grundstück, mehr als 100 Betten und ein Barkapital von 227 000 Rubeln besitzt. Auch an der Gründung des Alexandrastiftes für Frauen im Jahre 1894 waren deutsche Reichsanaehörige erheblich beteiligt. Die deutschen patriotischen und Kolonieseste werden von dem Verein der deutschen Reichsangehörigen veranstaltet. Für den geselligen Zusammenhalt der deutschen Handwerkerkreise sorgt der Verein „Die Palme", der im Jahre 1903 100 Mitglieder zahlte. — Der Alldeutsche Verband hat Ortsgruppen in Reval und Riga; der Deutsche Flottenverein in Nikolajew und Riga.
5. Deutsche Konsulate.
Charkow, Berufs-Konful, Gouvernements Charkow, Kursk, Woronesch, Jekaterinoslaw, Land der Tonischen Kosaken; von Charkow ressorliert der Konsul in Rostow a. Don (Land der Donischen Kosaken). Kiew, Berufs - Konsul, Gouvernements Kiew, Mohilew, Podolien, Volhynien, Tschernigow, Poltawa. Kowno, Beruss-Konsul, Gouvernements Wilna, Kowno, Minsk, Grodno, Suwalki. Moskau, Bentfs-Konsul, Gouvernements Moskau, Perm, Wjätka, Koftroma, Iaroslaw, Twer, Smolensk, Kaluga, Tula, Orel, Rjäsan, Wladimir, Nischni- Nowgorod, Kasan, Pensa, Tambow; von Moskau ressorliert das Berufs-Konsulat Samara mit den Gouvernements Samara, Saratow, Simbirsk, Orenburg, Ufa und Astrachan. Odessa, Berufs-General-Konsul, Stadthauptmannschaft Odessa, Gouvernements Bessarabien, Cherson, Taurien, der Schwarzmeerbezirk, Stawropol, Kuban-Gebiet: von Odessa ressortieren die Vize-Konsuln in Kischinew .Benarabten», Mariupol (Kreis und Stadt Mariuvol nebst Hafen), Nikolajew