122 Belgien. Deutsche Zeitungen, Theater, Vereine, Konsulate. — Niederlande.
Dolhain und Herbesthal, „Das freie Wort", gegr. 1886, wöchentl. 2 mal. Arel (Arlon), „Arloner Zeitung", gegr. 1887, wöchentl. 1 mal. Der für Antwerpen und Brüssel bis zum Januar 1905 erschienene „Deutsche Stadt- Anzeiger" ist eingegangen und dafür die in Amsterdam erscheinende „Deutsche Wochenzeitung für die Niederlande und Belgien" zum Organ der Deutschen der beiden Städte erwählt worden.
Als Theater sind zu nennen in Brüssel die „Vlaamsche Schauwburg", in Antwerpen die „Nederlandsche Schauwburg"; auch in Gent besteht ein deutsch- vlämisches Theater. Für Ostende wird ein internationales Festspielhaus geplant. In Antwerpen finden jährlich mindestens sechs deutsche Theateraussührungen von deutschen Truppen (meist aus Bonn) statt; einen großen Anteil haben die Deutschen Antwerpens bei der Veranstaltung von Konzerten, in denen durch deutsche Künstler deutsche Musik geboten wird.
Für die deutsch-nationalen Verbände ist Antwerpen ein guter Boden. Die dortige Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft zählt 120 Mitglieder; fast ebenso stark ist die Ortsgruppe Antwerpen des Alldeutschen Verbandes. Außerdem bestehen der „Deutsche Verein", der deutsche Turnverein von 400 Mitgliedern, der ein eigenes Heim besitzt, der „Deutsche Handlungsgehilsenverband von 1858" mit 200 Mitgliedern und der „Deutschnationale Handlungsgehilsenverband", die „Liedertafel" mit 400 Mitgliedern und vier weitere Gesangvereine („Concordia", „Germania", Antwerpia", „Cäcilia"), einige Handwerkervereine und die „Hand in Hand-Krankenkasse", ein Stenographenverein Gabelsberger, ein Veteranenverein, ein Reserveoffizierverein fowie eine Vortragsvereinigung für wissenschaftliche Vorträge, die in jedem Winter in der deutschen Schule sechs öffentliche Vorträge veranstaltet. Der „Belgische Landesverband deutscher Auslandslehrer" schließlich umsaßt die Lehrer der deutschen Schulen in Belgien. — Im Vorort Hoboken besteht gleichfalls eine starke Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes und ein Gesangverein „Einigkeit". — In Brüssel finden sich zwei deutsche Turnvereine, die „Deutsche Liedertafel", der „Deutschnationale Handlungsgehilsenverband", ein Stenographenverein Gabelsberger und der „Deutsche Klub", der über ein eigenes Vereinshaus verfügt.
I). Deutsche Konsulate.
Antwerpen, (Berufs-)General-Konsul (z. Z. Geh. Leg.-Rat Pritsch) nebst zwei Vizekonsuln, für das ganze Königreich; ihm unterstehen: Brüssel, Berufs- Konsul für die Provinzen Brabant (ohne Löwen), Namür, Hennegau. Gent, Konsul für Ostflandern. Lüttich, Konsul für die Provinzen Lüttich und Luxemburg. Ostende, Konsul sür Westslandern, ohne die Bezirke Roulers, Yvern und CourtraiV In Charleroi wird die Gründung eines Konsulates geplant.
Niederlande.
^. Sprachenverhttltniffe.
Unter den 5104137 Einwohnern der Niederlande wurden am 31. Dezember 1899 31 654 (gegen 28 732 im Jahre 1889) Reichsdeutsche, d. h. 0,6 v. H. der Bevölkerung gezählt (die niederländische Statistik zählt 38 865). Die Reichsdeutschen wohnen der Hauptsache nach in den beiden großen Hafenstädten Amsterdam (4710 Reichsangehörige) und Rotterdam (3337 Reichsangehörige), in der Residenz Haag (1081 Reichsangehörige) und in Utrecht (392 Reichsangehörigep)
... ') Zäh" ° a.O., S..4*, 5"». K", 9», 11; vgl. auch die Uebersichten aus S. 50» und 27 über die Hertunft und die Berufe der Reichsdeutschen.