Bosnien und Herzegowina. Deutsche Zeitungen, Theater und Konsulat.
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Beamten sind meist des Deutschen mächtige Kroaten, da diese sich mit der eingeborenen Bevölkerung am besten verständigen können/)
Beachtenswert sind die deutschen Kolonien in Nord-Bosnien, in den frucht- baren Tälern der Save und ihrer Nebenflüsse. Die ältesten sind Ober-, Mittel- und Unter-Windthorst mit 1100 Deutschen und Maglaj mit etwa 400 Deutschen, beide im Kreise Banjaluka, 1879 von reichsdeutschen Katholiken gegründet; ebenda die Tirolerkolonie Rudolfstal mit 400 katholischen Deutschen; Sibovska, Kralupi, Obsjecko-Celinac, Franz-Josefsfeld mit etwa 1100 evangelischen Deutschen (1888 von Banater Schwaben gegründet), Branjevo, Schutzberg, Dubrava, Kranovac, Bozinci, Ularice, Svilaj; die letzten acht sind ausschließlich evangelisch, die ersten vorwiegend katholisch. Die Ansiedler, die aus Ungarn, Kroatien, Galizien und der Bukowina stammen, haben eine große Zahl von deutschen Schulen gegründet: in Branjevo, Franz-Josefsfeld, Kralupi und Mrinskilug bestehen allgemeine Elementarschulen; Privatschulen in Sarajewo (Schule des Kranken- Unterstützungsvereins), Lukavac (Fabrikschule), Zavidovic, Ober-, Mittel- und Unterwindhorst, Obsjecko-Celinac (Ansiedler aus der Bukowina), Podgraci und Doberlin; römisch-katholische Schulen finden sich in Sarajewo (St. Augustin mit höherer Mädchenschule), Mahooljani (Tiroler Ansiedlung), Rudolfstal und Dolnja- Tuzla.2)
Die Herzegowina steht mehr unter italienischem Einfluß.
In Sarajewo erscheinen zwei deutsche Zeitungen: „Bosnische Post",wöchentlich 6 mal, und „Sarajewoer Nachrichten", wöchentlich 3mal. Das bosnische Landesmuseum in Sarajewo gibt heraus: „Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bosnien und der Herzegowina", Bd. I, Wien 1893.
Seit 1881 besteht in der Hauptstadt ein deutsches Theater, das Schauspiele und Opern aufführt.
Der deutsche Konsul für beide Länder (z. Zt. Legationsrat v. Haffell) hat feinen Sitz in Sarajewo.
Schweiz.
4. Geschichte.
(Von den älteren bekannten Werken abgesehen, seien erwähnt: Dierauer, „Geschichte der Schweizerischen Eidgenossenschaft", Gotha 1887 ff. — D änd liker, „Geschichte der Schweiz", 3 Bde., Zürich 1900 ff., Schultheß. — Oechsli, „Quellenbuch zur Schweizergeschichte", 2 Bde., Zürich 1893 und 1901, Schultheß. — Oechsli, „Geschichte der Schweiz im 1!). Jahrhundert", I. Bd., 1798—1813, Leipzig 1903. — B. van Munden, .,»i8wii-6 <ls la Nation 5iii88k", 2 Bde., Lausanne 1896 und 1900. — P. Seippel, „Die Schweiz im 19. Jahrhundert", 3 Bde., Lausanne und Bern 1899 -1900.»
In der vorrömischen Zeit saßen in der heutigen Schweiz meist keltische Stämme. Der größte und mächtigste derselben waren die Helvetier, welche das Mittelland zwischen Jura und Alpen vom Genfer- bis zum Bodensee innehatten. Oestlich vom Gotthard, in den heutigen Kantonen Graubünden, Glarus, Apvenzell uud St. Gallen, lebten die Räter, wahrscheinlich ein Gemisch aus jüngeren keltischen und etrurifchen Elementen.
Ueber die Kultur dieser Völker legte sich eine übermächtige andere, als die Römer 58 v. Chr. unter Cäsar bei Bibrakte die Helvetier und die Rauriker,
') F. Guntram Schultheiß, „Reisebilder aus Bosnien und der Herzegowina", Hermannstadt 1902.
2) Gustav Lenz in Dtsch. Erde II, 51 und Alldeutsche Blätter, Jahrgang 1901, S, 321 und 1902, S. 155; ebenda 1903, S. 211 ff. Geißler, „Deutsche Kolonisation in Bosnien".