76 Galizien u, Bukowina. Bevölkerung nach der Umgangssprache u. der Religion.
XI. Galizien und Bukowina.
Die Bevölkerung Galiziens und der Bukowina.
(Nach „Oesterr. Statistik", Bd. I.XIII, S. OVI f. und 103-127.)
a) Nach der Umgangssprache. 1900.
absolut
relativ
Galizien
Bukowina
Galizien
°/o
Bukowina
7°
Polen..........
Madjaren.........
211 752 3 983 702 3 074 449 503 9 014 127
151
159 486 26 357 297 793 229 018 956 103 9 516 125
2,9 54,7 42,2
o,i
22
3,7 41,3 32,4
0,1
1,2
Zusammen
7 234 703
723 504
100
100
b) Nach dem Religions-Bekenntnis. 1900.
absolut
relativ
Galizien
Bukowina
Galizien
7°
Bukowina
7°
Römische Katholiken.....
Griechisch Unierte......
Griechisch Nicht-Unierte....
Jsraeliten........
3 350 512 3 104 103 2 233 45 331 811371
86 656 23 338 500 262 19 272 96 150
45,4 42,2 0,0 0,6 11,7 0,1
11,2
3,1 69,7
2,5 12,8
0,7
Zusammen
7 313 550
725 728
100
100
Die beiden, ihrer früheren geschichtlichen Entwicklung nach gleichen Landesteile des diesseitigen Oesterreich sind in der Uebersicht zusammengestellt, um zu zeigen, daß sie nach der Nationalitätenzusammensetzung von heute durchaus verschieden sind, und weil sie durchaus auseinander gehalten werden müssen. In Galizien verfügen die Polen zahlenmäßig über die absolute Mehrheit, in der Bukowina stehen mit ^/io der Gesamtbevölkerung die Ruthenen an erster Stelle. Dort verschwinden die Deutschen und kommen nur als eine im Lande zerstreute Minderheit in Frage, die, auch im Bunde mit dem Ruthenentum, der herrschenden .Klasse nicht gewachsen ist. Mit den Rumänen verbündet, können aber in der Bukowina die Deutschen die Ruthenen meistern.
Die Deutschen Galiziens, denen jeder Zusammenhang mit dem Deutschtum und jede Anlehnung an ein geschlossenes deutsches Sprachgebiet sehlt, sind m gefährdeter Lage. Zwar sitzen sie zum Teil schon seit dem Mittelalter hier, in dem sich, wie über die andern polnischen Länder, so auch über Galizien der Strom der deutschen Einwanderung ergoß. Krakau war im 13. bis 16. Jahrhundert eme deutsche Stadt mit Magdeburger Recht und gehörte zur Hanse. Die 122« vom Bischof Jwo errichtete Marienkirche war für die Deutschen bestimmt; bis