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Mähren. Geschichte.
III. Mälzren.
^. Geschichte.
Als erste Bewohner Mährens kennen wir neben den Markomannen die Quaden, die bis nach Ungarn hinüberreichten. Kaiser Valentin I. kämpfte gegen sie und brachte ihnen scharfe Verluste bei. Ihre Reste wurden im 5. Jahrhundert von den einwandernden Slaven verdrängt; doch besteht die allerdings historisch und quellenmäßig nicht beweisbare Vermutung, daß sich im Norden, in den gebirgigen Teilen des Landes, Reste der alten deutschen Bevölkerung erhalten haben. Der von Mojmir 1. begründete Staat stand unter fränkischer Oberhoheit. Als uuter den letzten Karolingern das Deutsche Reich zerfiel, machte sich Mähren unabhängig, seine Fürsten nahmen den Königstitel an, den Ludwig 874 anerkannte. Der damalige Herrscher Zwentibold (Swatopluy gründete ein großmährisches Reich mit Einschluß von Böhmen, Schlesien und Westgalizien. Diese Teile machten sich nach Zwentibolds Tode frei. Der von Cyrill und Method hier begründeten slavischen Liturgie wurde vou Zwentibold, der den Anschluß an den lateinischen Westen und an Rom vorzog, nach Methods Tode, der die Würde eines Erzbischofs bekleidete, ein frühes Ende bereitet. Durch die zu Beginn des zehnten Jahrhunderts eindringenden Magyarenscharen wurde das großmährische Reich völlig zerstört, es stand bald unter magyarischer, bald unter polnischer, bald unter böhmischer Herrschaft, bis endlich im Jahre 1029 Bretislaus I., der Sohn des böhmischen Herzogs Udalrich, der sich auch aus deutschem Stamme seine Gemahlin Judith geholt hatte, das Land endgültig eroberte und, da er seinem Vater in Böhmen nachfolgte, beide Länder in feiner Hand vereinigte. Fortan blieb Mähren mit Böhmen verbunden, ward aber unter die jüngeren Söhne aufgeteilt, woraus sich endlose dynastische Kämpfe ergaben. Um sich gegen seinen Vetter, den böhmischen Herzog Friedrich, zu schützen, stellte sich der mährische Fürst Konrad Otto unter den Schutz Kaiser Friedrichs I., der Mähren im Jahre 1182 zur reichsunmittelbaren Markgrafschaft erhob und damit Konrad Otto belehnte.
Die deutsche Kolonisation in Mähren setzte im 11. Jahrhundert ein; sie wurde von den slavischen Fürsten in jeder Weise begünstigt und nicht minder durch die geistlichen Orden gefördert. So schufen der schwere deutsche Pflug und das deutsche Weinmesser den blühenden Acker- und Weinbau. Am Ende des 13. Jahrhunderts war die gesamte Thaya-Gegend germanisiert, und Deutsche kamen auch im 14. Jahrhundert, von den Luxemburgern gerufeu, in immer neuen Zügen ins Land.
Die religiösen und nationalen Kämpfe des 15. Jahrhunderts verschafften dann wieder den Slaven das Uebergewicht, das sie bis gegen 1620 behielten. Seit der Reformation und der Herrschaft der Habsburger (1526) nahm das Deutschtum im Lande wieder zu, und am Ende des 17. Jahrhunderts hatte es seine Verluste aus den Hussiten-Kriegen wieder eingebracht. Dazu kam, daß der Zentralismus unter Maria Theresia und Joseph II. überall in Oesterreich das Deutschtum stärkte. Das Erwachen des tschechischen Volksbewußtseins im 19. Jahrhundert hatte nach Einführung des konstitutionellen Regimes, besonders seit 1860, für die Deutschen nicht minder schwere Angriffe und Bedrückungen im Gefolge, als sie bei Böhmen geschildert wurden.
Der „Bund der Deutschen Nordmährens" in Olmütz, der im Jahre 1905 442 Ortsgruppen mit rund 35 000 Mitgliedern zählte, und der „Bund der Deutschen Südmährens" in Znaim (1902: 81 Ortsgruppen mit 4167 Mitgliedern, Anfang 1905 schon 110 Ortsgruppen mit rund 7000 Mitgliedern) haben m die Abwehrbestrebungen Ordnung und Nachdruck gebracht. Hilse aus