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West-Afrika / von Moritz Schanz
Entstehung
Seite
397
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Wachträge.

Angola.

Infolge ungerechter Behandlung der Schwarzen durch die weißen Kauf­leute uud Uuterbeamten und der Mißbräuche bei der Arbeiterbeschaffuug kam es Mitte 1902 in Bihs zu einem vollen Aufruhr der Eingeborenen, welche an Europäern furchtbare Grausamkeiten verübten und viele Besitzungen verwüstetem Das portugiesische Militär unterdrückte den Aufstand aber bald.

Die LoinxanKia äs Nossameäks schloß das Geschäftsjahr 1901 mit einem Verlust von 1600 ^ und einem Bestand an flüssigen Mitteln von 100000 L ab. Über die von Port Alexander aus geplante Bahn siehe neueres auf Seite 370.

Die Lieferungen für die Laudnngsbrücke in der Lobito-Bucht und für die beiden ersten Sektionen der Bengnela-Bahn sind im Oktober 1902 ausgeschrieben worden.

Die Zahl der Weißen in Angola wird mit 12500 angegeben.

Französisch-Westafrika.

Der Handelsminister Tronillot hat im Herbst 1902 unter verschiedenen anderen Kabel-Verdingungen anch diejenige der Linie BrestDakar eingeleitet, welche die erste direkte Verbindung des Mutterlandes mit den afrikanischen Kolo- nieen darstellen wird. Diese Verbindung sollte nach dem ursprünglichen Plane dnrch eiue Verlängerung des Kabels Oran-Tanger über Teneriffa und St. Louis hergestellt werdeu. Der Kammerausschuß ließ aber diesen Plan, obwohl seine Ausführung weuiger kostspielig gewesen wäre, schließlich fallen in der Erwägung, daß die Führung des Kabels über fremdes Gebiet große Unzuträglichkeiten, namentlich in Kriegszeiten, im Gefolge haben könnte. Er empfahl dafür die Anlage der Linie Brest-Dakar, die außer dem Vorteil einer schnellen und sichern Verbindung mit den französischen Kolonieen an der Westküste Afrikas auch uoch den darböte, Frankreich Südamerika näher zu rückeu, da letzteres durch das Kabel Pernambuco-St. Louis bereits an das französische Senegal angeschlossen sei. Da­durch, daß Frankreich bereits 1901 aus euglischen Händeu die Kabellinien von Dakar bis Libreville erwarb, hatte es bereits für seine Selbständigkeit im Kabel­verkehr mit Westafrika vorgesorgt.