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erfolgte ein Abkommen mit den Gläubigern, wodnrch die Schnld nn Kapital und Zinsen wesentlich gekürzt, der Ziilsfnß auf 3°/„ reduziert uud die Anleihe ge- U'ährteistet Nnirde dnrch die Abgaben des „lülwrian Ii.ubb6r Lviulieatö", der dentsch-englischen Monopolvereinignng sür deu Kautschukhaudel. Nach diesem Abkommen betrug im Jahre 1900 die Kapitalschnld nur uoch 78000 uud die Zinsschnld 9500 L. Nebeu dieser äußereu giebt es auch noch eine iuuere Schuld, deren Zinsrückstände gleichfalls das Kapital übersteigen, und eiue Abordnung von drei leitenden Politikern ans Liberia, unter Führung des Seuatsprüsideuteu uud Vizepräsidenten der Republik, welche 1901 Liverpool uud Loudou besuchte, hat auch betr. eiuer ueueu Anleihe in England Rücksprache genommen, welche unter Einräumung entsprechender Monopole dort gern gewährt werden würde. Hat doch der liberische Kongreß seine Regierung im Januar 1901 ermächtigt, Anleihen bis zn einem jährlichen Betrage von 20000 L und mit einem Zinsfuß von 7°/g gegcu Berpsäuduug der Zolleinnahmeu von Monrovia 'und Graud Basfa aufznuehmen.
Müuzeu, Maße uud Gewichte Liberias siud gleichfalls vou Nordamerika übernommen, aber verschiedenfach den einheimischen angepaßt worden. Die Währung ist nnr nominell amerikanisch, in Wirklichkeit giebt es kanm ein anderes Zahlungsmittel als liberisches Papiergeld, sodaß der „Dollar" hier stark entwertet ist.
Den Rechnungen liegen nordamerikanische Dollars :V 100 Cents zu Grunde mit Tarifsätzen für Schillinge, Franks nnd altspanische Münzen. Der Schuldner hat die Wahl, in Gold-, Silber- oder Landesmnnzen ans Messing zu bezahlen, von welch' letzteren rnnd 2 englische Pfnnd — 1 Dollar stehen. Zölle werden in uueiulvslicheu Kassenscheinen entrichtet. Im Haudel mit deu Eingeborene» gelten 2000 Kauri rund 1 Dollar, Eisenstangen von 12 Handelspfnnd Gewicht gleich 3 Schilling, Messingstangen von 3 Pfnnd nnter dem Namen Manilly 1 ^ Dollar nnd bestimmte Stücke Baumwollgewebe, Bnyapart genannt, 25 Cents. Ein besonderes Hohlmaß der Republik ist das Kru ^ 15,1 Liter.
Die liberische Aborduuug hat 1901 in England anch erklärt, daß die Niederlassung einer Bank im Freistaate wünschenswert sei, ängstlich-vorsichtig aber gleichzeitig hiuzugefügt, daß man der Heranziehung fremden Kapitals zn Liebe nicht geneigt sei, die „Zukunft" — soll heißen jetzige Selbständigkeit — des Staates preiszugeben; denn die regelmäßigen Einnahmen gestatteten ihnen nunmehr, ihre Schnldzinsen zn bezahlen.
Der Handel liegt, wie bereits angeführt, überwiegend in den Händen von Deutschen, schon seit dem Jahre 1852 z. B. hat die Hamburger Firma C. Wörmann ununterbrochen Faktoreien in Liberia nnterlmlten nnd es ist deshalb mit Freudeu zu begrüßen, daß die laugst angeregte Umwandlung des deutsche» Wahltonsnlats zn Monrovia in ein BernfSkonsnlat Ende 1901 beschlossen