— 41 —
portugiesischer Dampfer, eventuell Umladen fremder Waren in Lissabon nötig und davon profitieren gleichmäßig portugiesische Schiffahrt und portugiesischer Zwischenhandel.
Die Schiffsverbindung mit Europa war noch Mitte des 19. Jahrhunderts so schlecht, daß mau 1851 von Staatswegen alle 3 Monate einen Dampfer nach Westafrika schicken mußte; 1858 subventionierte man dann eine portugiesische, 1858—1864 die englische Nnion-Linie uud später eiue Londoner Rhederei, bis man 1882 in Lissabon die Emvreza Nacioual de Navega«,ao gründete. Diese vom Staate subventionierte Dampferlinie schickt ihre 2500—3500 Tons großen Schiffe zweimal monatlich mit wechselndem Fahrplan nach Madeira, den Kap Verden, S. Thomv uud Priucipe, Kabinda und den Angola-Häfen bis zur Tiger-Bai hinunter und berechnet 1902 folgende Fahrpreise in Gold-Milreis von Lissabon nach:
Madeira. S. Thome. Kongo. Loanda. Benguela. Mossamedcö. Tiger-Bai.
1. Klasse 30
1L9
162
169
181
189
192
2. „ 20
101
123
125
134
144
146
3. „ 10
431/2
48
50
55
62
64
Die Dampfer der Wörmann-Linie uud die Liverpool-Dampfer laufen die nördlichen Inseln, Portugiesisch-Guinea, Kabinda uud die Angola-Häfen bis Loanda hinunter an.
Sämtliche portugiesischen Kolonien Westafrikas sind an das englische Kabelnetz angeschlossen, S. Thome ist durch französisches Kabel mit Kotonu und Libreville verbunden.
Den Bankverkehr in den portugiesischen Kolonien vermittelt die im Jahre 1864 in Lissabon mit einem autorisierten Kapital von 12000 Contos gegründete, staatlich privilegierte und beaufsichtigte und unter rein portugiesischer Verwaltung stehende Banco Nacional Ultramarino, welche bislang in Westafrika eine eigene Filiale in Loanda und Agenturen in Benguela, S. Thome und S. Thiago besaß. Der nm 30. November 1901 mit der portugiesischen Regierung abgeschlossene neue Vertrag verpflichtete jedoch die Bank, innerhalb von 3 Monaten eigene Filialen in Loanda, Benguela, S. Thome uud S. Thiago und Agenturen in S. Vicente und Mossamedes innerhalb von 6 Monaten weitere Agenturen in Principe, Bolama und Ka- biuda einzurichten. Das bis dahin eingezahlte Kapital der Bank von 40000 Aktien -V 90 Milreis ^ 3600 Contos wurde gleichzeitig auf 5400 Contos erhöht, und zwar müssen mindestens die Hälfte der Aktien nachweislich in portugiesischem Besitz sein. Die Bank genießt bis zum Jahre 1911 das Privileg der Notenausgabe iu deu portugiesischen Kolonien bis zur Gesamthöhe ihres Kapitals, und zwar müssen die Notenbeträge in den einzelnen