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Deutsch-Ost-Afrika : eine Schilderung deutscher Tropen nach 10 Wanderjahren ; die Schutztruppe ; Reisen und Expeditionen im Innern ; Land und Leute ; Wild, Jagd und Fischerei ; wirtschaftliche Verhältnisse / von Heinrich Fonck
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Alte Kulturstätten.

bis zu 2^2 Millionen Ballen liefern könnten so wären besagte 160 Millionen Mark dem Nationalvermögen erspart und zu neuen Unternehmungen und neuen Arbeitsgelegenheiten erhalten worden. Es leuchtet ein, ein wie vitales Interesse wir an Kolonien haben und daran, in ihnen den Baumwollbau aufs eifrigste zu fördern.

Kurz zusammengefaßt ergibt sich für fast alle kolonialen Roh­stoffe, die Deutschland einführt (seien es Tierprodukte wie Häute, Wolle, Hörner, Wachs, oder Pslanzenprodukte wie Baumwolle, Kaffee, Tee, Kakao, Tabak, Gewürze, Ölfrüchte, Hanf, Hölzer, oder Mine­ralien wie Kupfer, Petroleum), die Tatsache, daß wir heute noch fast ganz vom Auslande und den Konjunkturen des Welthandels ab­hängig sind. Wir müssen also jährlich für viele Hunderte von Milli­onen vom Auslande kaufen und eventuell zu teuer kaufen. Werden wir auch niemals ganz unabhängig zu sein vermögen; die zwingende Folge der gegenwärtigen Verhältnisse ist:Wir müssen mit Nach­druck durch Entwicklung der Erzeugungs- und Verbrauchsfähigkeit unserer Kolonien eine größere Unabhängigkeit von schwankenden und unbeeinflußbaren Faktoren erstreben, zum Heil und zur Sicherung des Wirtschaftslebens der eigenen Nation.

Eine Vorbedingung ist dazu, daß die Zollschranken hüben wie drüben fallen.

II. Kapitel. Die neuere Entwicklung 6er Kolonie.

Im Mittelalter haben an der Küste Deutsch-Ostafrikas blühende Städte bestanden, von deren Bedeutung großartige Ruinen die Kunde in unsere Zeit hinübertragen. Als wir D.-O.-A. erwarben, waren die alten Städte längst zerfallen, ihre einstige Größe bis auf die Reste gewaltiger Steinburgen und großer Moscheen spurlos fortgeweht.

Der in den Händen der Araber liegende Handel war nicht be­deutend. Elfenbein und Sklaven waren die kostbarsten Artikels welche die Kolonie verließen. Wenn wir einen Blick zurückwerfen auf das wirtschaftliche D.-O.-A. vor 20 oder 10 Jahren, so erkennen wir, daß nicht eben viel dort los war.