I. Kapitel.
Iweck von Kolonien. KanäesvroäuKte OltairiKas.
Als Deutschland Kolonien erwarb, geschah dies nicht in der Absicht, den wilden Völkern aus reiner Nächstenliebe zu den sogenannten Segnungen der heimischen Kultur zu verhelfen, sondern aus den nüchternen Erwägungen heraus, daß eine aufstrebende Großmacht heute einfach Kolonialpolitik treiben muß, wenn sie sich nicht von lieben Nachbarn einkapseln lassen und z. B. hinsichtlich des Bezuges zahlreicher wichtiger Produkte der warmen Länder von deren „Wohlwollen" abhängig bleiben will. — Die Kolonien sind also erworben, um die heimische Industrie aus eigenem Lande mit den notwendigen Rohprodukten zu versorgen und ferner Nah- rungs- und Genußmittel zu liefern, die der heimische Acker nicht erzeugen kann. Solche Rohprodukte sind: „Baumwolle, Gummi, Erze, Felle, Hanf, Wachs." Solche Nahrungsmittel: „Reis, Kaffee, Tee Gewürze, Ölfrüchte, Kakao, Tabak." Deutschland führt jährlich für über eine Milliarde Mark an genannten Produkten ein und ist beim Bezüge derselben ganz oder vorwiegend auf das Ausland angewiesen.
Dann soll eine Kolonie ein Aufnahmemarkt für die Erzeugnisse der heimischen Industrie werden und dieser Absatzmöglichkeiten schaffen durch Bezug von Maschinen, Eisen- und Lederwaren, Genußmitteln, Stoffen usw. Import aus der Kolonie und Export nach derselben verschafft außerdem zahlreichen Arbeitsuchenden in der Heimat Brot und Vorwärtskommen. Auswärtige Besitzungen sind ferner unentbehrlich, um der deutschen Handelsflotte sowie der Marine sichere Stützpunkte (Kohlenversorgung, Reparatur, Operationsbasis) zu verschaffen. Eine Jdealkolonie soll schließlich — ihre Geeignetheit in klimatischer Hinsicht vorausgesetzt — ein neues