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Raubtiere.
und Träger in ihre Decken eingehüllt auf schnell bereitetem Graslager. Tot und stumm liegt das Lager da, gesichert durch einen eilig geschlagenen Dornverhau. Durch die Steppe schleicht auf leisen Sohlen das Raubzeug beutegierig und lüstern nach Blut. Kampf und Mord am Tage, Kampf und Mord in der Nacht. Es ist überall in der Natur gleich. Hier draußen sehen wir es nur mehr, stehen dem ewigen Kampf der Lebewesen unvermittelter gegenüber. Vom hohen Baum herab spinnt der Ziegenmelker sein Lied. Was kümmerts ihn?
VIII. Kapitel. Kaubtlere.
Es kann nicht befremden, wenn in Jnnerafrika dem großen Wild- reichtum der verschiedensten Gattungen entsprechend auch für Raubtiere — nach Zahl und Art — reich gesorgt ist. Zahllos geradezu ist das Heer des kleinen Raubzeugs, zu dem eine Reihe katzenartiger Tiere — Zibethkatze, Serwal u.s.w. — gehören, die ein vorwiegend nächtliches Leben führen und daher nur selten am Tage beobachtet uud gejagt werden können. Man sieht fast nur in Fallen gefangene Exemplare. Vielfach werden ihre Felle von den Eingeborenen als Schmuck bei Tanzfestlichkeiten angelegt. Die Verfolgung des niederen Raubzeugs ist also mehr das Gebiet des Fallenstellers und wird vom Jäger nur gelegentlich ausgeübt. Sehen wir von allen diesen kleineren Katzenarten usw. und vom geselligen Ichneumon ab, das auch am Tage die als Wohnung okkupierten Stollen alter Termitenbauten verläßt, um gemeinsame Raubzüge zu unternehmen — auch die Nester wilder Bienen fand ich einigemal in verlassenen Termitengängen eingebaut — so bleiben von unten beginnend in der Hauptsache noch Fischotter, Schakal, Hyäne, Hyänenhund, Gepard, Leopard und Löwe. Der Otter — bei uns wohl am häufigsten im Kivusee vorkommend — ist genau wie zu Hause ein arger Fischräuber, zu welchem Zweck ihm eine unübertreffliche Schwimmgabe verliehen ist. Sein feinhaariges, glänzendes Fell ist auch von den Eingeborenen einiger Stämme sehr begehrt, um als Schmuck zur Bekleidung verwendet zu werden. In krokodilreichen Gewässern ist der Otter seltener. Außer am Kivu bekommt man ihn kaum jemals zu sehen. Die Eingeborenen nennen ihn in der Regel „fisi maji" (Wasserhyäne). —