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Deutsch-Ost-Afrika : eine Schilderung deutscher Tropen nach 10 Wanderjahren ; die Schutztruppe ; Reisen und Expeditionen im Innern ; Land und Leute ; Wild, Jagd und Fischerei ; wirtschaftliche Verhältnisse / von Heinrich Fonck
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Raubtiere.

und Träger in ihre Decken eingehüllt auf schnell bereitetem Graslager. Tot und stumm liegt das Lager da, gesichert durch einen eilig geschlagenen Dornverhau. Durch die Steppe schleicht auf leisen Sohlen das Raub­zeug beutegierig und lüstern nach Blut. Kampf und Mord am Tage, Kampf und Mord in der Nacht. Es ist überall in der Natur gleich. Hier drau­ßen sehen wir es nur mehr, stehen dem ewigen Kampf der Lebewesen un­vermittelter gegenüber. Vom hohen Baum herab spinnt der Ziegenmelker sein Lied. Was kümmerts ihn?

VIII. Kapitel. Kaubtlere.

Es kann nicht befremden, wenn in Jnnerafrika dem großen Wild- reichtum der verschiedensten Gattungen entsprechend auch für Raubtiere nach Zahl und Art reich gesorgt ist. Zahllos geradezu ist das Heer des kleinen Raubzeugs, zu dem eine Reihe katzenartiger Tiere Zibethkatze, Serwal u.s.w. gehören, die ein vorwiegend nächtliches Le­ben führen und daher nur selten am Tage beobachtet uud gejagt werden können. Man sieht fast nur in Fallen gefangene Exemplare. Vielfach werden ihre Felle von den Eingeborenen als Schmuck bei Tanzfestlich­keiten angelegt. Die Verfolgung des niederen Raubzeugs ist also mehr das Gebiet des Fallenstellers und wird vom Jäger nur gelegentlich aus­geübt. Sehen wir von allen diesen kleineren Katzenarten usw. und vom ge­selligen Ichneumon ab, das auch am Tage die als Wohnung okkupierten Stollen alter Termitenbauten verläßt, um gemeinsame Raubzüge zu unternehmen auch die Nester wilder Bienen fand ich einigemal in verlassenen Termitengängen eingebaut so bleiben von unten beginnend in der Hauptsache noch Fischotter, Schakal, Hyäne, Hyänenhund, Gepard, Leopard und Löwe. Der Otter bei uns wohl am häufigsten im Kivusee vorkommend ist genau wie zu Hause ein arger Fischräuber, zu welchem Zweck ihm eine unübertreffliche Schwimmgabe verliehen ist. Sein feinhaariges, glänzendes Fell ist auch von den Eingeborenen einiger Stämme sehr begehrt, um als Schmuck zur Bekleidung verwendet zu wer­den. In krokodilreichen Gewässern ist der Otter seltener. Außer am Kivu bekommt man ihn kaum jemals zu sehen. Die Eingeborenen nennen ihn in der Regelfisi maji" (Wasserhyäne).