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Deutsch-Ost-Afrika : eine Schilderung deutscher Tropen nach 10 Wanderjahren ; die Schutztruppe ; Reisen und Expeditionen im Innern ; Land und Leute ; Wild, Jagd und Fischerei ; wirtschaftliche Verhältnisse / von Heinrich Fonck
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Giraffe. Verbreitungsgebiet. Aufenthalt.

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grade auf diesem Gebiete noch außerordentlich viel zu tun und späterer Forschung vorbehalten. Mögen sich auch Fachleute diesen Studien hier widmen! Es kommt wirklich mehr dabei heraus. Den Jäger interessiert in erster Linie das größere Wild. Der Wissenschaft dagegen können alle Lebewesen gleich wichtig und eine unerschöpfliche Fundgrube neuen Erken- nens werden.

V. Kapitel.

Slrakke un6 Kükkel.

Ebenfalls ans der Liste des der Jagd noch gänzlich entzogenen Wildes steht die Giraffe, Bewohner der Baum- und Akaziensteppe, Parklandschaft und des lichten Miombowaldes, wie er sich z. B. westlich von Kilima- tinde bis zum Malagarassi, im Süden bis zum großen Ruaha und der Rikwasenke erstreckt. Hinter Saadani ist die Giraffe in der Nähe der Küste nicht selten. Südlich des großen Ruaha und des Rufiyi habe ich sie niemals angetroffen; nm so häufiger am Wami, in Ugogo, den wal­digen Teilen der Masaisteppe uud im Juni zu Hunderteu vereiut in der Mgundamkali, dem großen Walde zwischen Kilimatinde und Tabora. Seinem gewaltigen Gewicht entsprechend hinterläßt dieses imposante Tier mit dem harmlosen Gemüte eines Schafes in sandigem oder etwas aufge­weichtem Boden tief eingedrückte Svureu einer länglichen Doppclform, die man nur einmal gesehen zu haben braucht, um sie sofort wiederzuerkeuneu. Ein Irrtum, ciu Verwechseln ist ausgeschlossen. Der eigenartige Bau deutet an, daß wir in der Giraffe ein Tier zu erblicken haben, welches befähigt ist, hoch an den Bäumen emporzulangen und dort seine Nahrung in Gestalt von Blattwerk verschiedener Art abzurupfen. So sehen wir denn auch die Giraffe beim Fehlen jeglicher Bodenvegetation zur Zeit der Dürre und der Grasbrände an den bclanbten Steppenbäumen und Akazienarten ihre reichliche Nahrung finden. Der Liebling sauf enthalt der Giraffe ist keiueswegs die freie Steppe, sondern die sogenannte Park­landschaft, zu Zeiten der lichte Wald überhaupt. Auch fand ich sie mehr­fach ebenso wie das Zebra im mitteldichten Buschwald zwischen Rikwasee und dem großeu Ruaha. Vielleicht sucht sie nur zur Wurfzeit dich­tere Waldbestände mit besserer Deckung auf. Ende November erlegte ich leider