Zß4 Flußpferdvorkominen.
Schwierigkeit, die Karawane mit anderen Lebensmitteln als Fleisch zu verpflegen, meist nur vorübergehenden Aufenthalt. Das Wild erfreut sich also hier gewissermaßen einer Art natürlichen Jagdschutzes.
Besser aber als alle Jagdgesetze schützt das Wild in Afrika der Raum.
Die Zeit dürste übrigens nicht fern sein, in welcher gerechterweise mit einigen Erscheinungen afrikanischer Jagdliteratur ebenso ins Gericht gegangen werden wird, wie es in diesen — schwach überlegt und stark übertrieben — mit dem bisherigen asrikanischen Jäger, seiner Jagdpraxis und seinen Berichten über das Erlebte geschah.
II. Kapitel.
Das ?lußpker6 (Mlpker6) un6 KroKockl.
In den verschwiegenen, mangrovenumsäumten Krieks der Küste, den Flußmündungen, Seen und schilsumwachsenen Teichen, in allen genügend tiefen Wasserläusen im Landesinnern, den großen Seen an der Westgrenze (mit Ausnahme des Kivusees) kommt heute noch das Flußpferd — das Kiboko der Neger — mehr oder weniger häufig vor. In weitabgelegenen, menschenleeren Gegenden findet man diese Dickhäuter noch in überraschend großer Zahl, während sie sich an vielen anderen, dem Verkehr nahen Gegenden rapide verminderten. Kann es Wunder nehmen, daß die Zahl dieser gewaltigen Wasserbewohner derart abnimmt, wenn ^ es Europäer gibt, die sich nicht scheuen, mit Zahlen von hundert und mehr erlegten Nilpferden zu prunken und leider nicht aufschneiden?
Das Flußpferd ist eigentlich im Süßwasser heimisch, doch hat sich dasselbe — wie auch das Krokodil — nahe der Meeresküste vollständig der Salzflut angepaßt, wechselt zwischen beiden und schwimmt gelegentlich weit ins Meer hinaus. Bevorzugt werden hier von ihm die stillen Buchten der Küste, unweit des Strandes gelegene kleine Seen und schilfbewachsene Teiche, besonders auch Flußmündungen, wie z. B. das weitverzweigte Delta des Rufiyi. Da der mächtige Schädel des Tieres eine beliebte Trophäe bildet, die äußerst dauerhafte Haut zu Stöcken, Peitschen und Reitgerten verarbeitet wird und die Jagd desselben verhältnismäßig leicht und gesahrlos ist, steht die Erlegung eines „Kiboko" natürlich ziemlich obenan aus dem Jagdprogramm des werdenden Afrikaners. So dauerte