I. Kapitel.
Allgemeines über Aag6en !n OltatrlKa.
Es ist ebenso häufig wie begreiflich, daß das Interesse für Afrika durch Schilderungen über afrikanische Jagden und die reiche Tierwelt mit ihren imposantesten Vertretern, dem Elefanten, Nashorn, Büffel und Löwen in besonderem Maße wachgerufen wird, und daß die Aussicht oder Möglichkeit, afrikanische Jagdabenteuer zu erleben, sür manchen ausschlaggebend geworden ist, sein Heil im dunkeln Erdteil dauernd zu versuchen, dem sonst der afrikanische Boden sicher bald zu heiß geworden wäre.
Vereinzelte Sportsleute haben schon vor langen Jahren, bevor man an die Teilung Afrikas dachte, große Reisen in den wildreichsten Gebieten speziell Ostasrikas gemacht und Strecken erzielt, die zu Hause bedeutendes Aufsehen erregten und die glücklichen Jäger in der damaligen Zeit zu beneideten Berühmtheiten unter der heimischen Jägerwelt machen konnten. Seitdem die Erschließung Afrikas durch Bahnen eingesetzt hat, haben immer mehr reiche Sportsleute aller Nationen Jagdexpeditionen unternehmen können, und so sehen wir, wie in unserer englischen Nachbarkolonie im Norden heute der englische und amerikanische Sportsjäger bereits lediglich infolge der Bahn eine ständige Erscheinung ist, aus dessen Liebhaberei die Regierung sehr wesentliche Einnahmen erzielt.
Wer sich als unabhängiger Sportsmann nur der Jagd widmen kann, wem keine Stunde schlägt, keine Reiseroute vorgeschrieben ist, wer keine Karawane ohne Säumen und Verluste an ihr Ziel zu führen hat, der ist natürlich in ganz anderem Maße befähigt zu Tierbeobachtungen und Jagdresultaten zu kommen, als der Soldat, Beamte, Pflanzer oder Ansiedler, dem der Beruf Zeit und Weg vorschreibt und der daher in der Hauptsache auf gelegentliche Jagd angewiesen ist.