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Deutsch-Ost-Afrika : eine Schilderung deutscher Tropen nach 10 Wanderjahren ; die Schutztruppe ; Reisen und Expeditionen im Innern ; Land und Leute ; Wild, Jagd und Fischerei ; wirtschaftliche Verhältnisse / von Heinrich Fonck
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302
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302 Die Bewohner Ostafrikas,

unserer Kabine entlang schlürfen und plätschern, senkt sich allmählich die Nacht herab. Aus dem schläfrigen Dämmerzustand, iu den uns das gleich­mäßige Rauschen des Meeres versetzt, gleiteu wir unbemerkt hinüber ins Reich der Träume, in welchem bald wieder in der Wildnis der unheim­liche Ruf der Hyäne ertönt, bald auf sicherer Militürstation der laute Kommandoruf erschallt:Das Gewerr ibber, Anton präsentiert das Ge­il) err?" ---

III. Kapitel.

Die Kewotmer OllcikriKcis.

Die Zeit, zu welcher in Teutschland ein Neger als eine 'Art Meer­wunder angestaunt wurde, ist vorbei. ^- In Großstädten ist er keine seltene Gestalt mehr und in den Hafenplätzen gehört er zu deu alltäg­lichen Erscheinungen.

Heute hat wohl fast jeder uicht aus dem Laude Lebende schon eiumal einen echteren Neger gesehen, als er ihm aus Jahrmarktserinnerungen vor­schwebt. Ist doch abseits der Großstädte die breite Masse bisher eigent- lich nur darauf angewiesen, sich ihre Kenntnisse eigener Anschauung über den schwarzen Mitmenschen aus dem gelegentlich solcher Schaustelluugeu ge­botenen Anblick einiger harmloser Nigger zu schöpfen, welche gewöhulich dazu abgerichtet sind, in einem durch phantastischen Schmuck, Bemaluug und Bewaffuuug schreckeuerregeuden Aufputz unter Zähnefletschen und wüsten Tänzen den Menschenfresser zu markieren uud dem ingstlich stau- nendeu Zuschauer die beinahe angenehm gruselige Borstellung des Ge­fressenwerdens über deu Rückeu zittern zu lasseu.

Wir wisseu nuu, daß der Durchschnittsnegcr ein weit harmloserer Mensch ist uud daß die meisten Schauergeschichteil über ihn in das Reich derIabel gehören. Der Neger ist einbin Adamu" eiu Sohn Adams-- und (von den Rassenunterschieden abgesehen) körperlich uud geistig genau so eingerichtet, wie alle anderen Menschen auch.

Dem oberflächlicheu Beobachter, sowie demjenigen, welcher ein von Negern bewohntes Land nur flüchtig durchquert, kaun er allerdings als ein von der weißen Rasse so grundverschiedenes Wesen erscheiueu, daß er ihm höchsteus als eiue sehr minderwertige Abart des Menschen gilt.

Dieses Urteil kann auch uicht Wunder nehmen, denn während wir bereits über eine genaue Kenntnis der afrikanischen Länder verfügen.