198
Wieder auf dem Marsche. Wataturubrunnen.
Von Karema marschierte ich unter kartographischer Festlegung des seit 12 Jahren nicht mehr aufgenommenen Weges über die Katauiebene nach Tewäle am Ugallafluß, von dort nach Kalula in Ugunda und über das große feste Dorf Gombe des Sultans Mnha- lule nach Kilimatinde. Von hier schloß sich mir bis Mpapua Leutnant Stadlbaur an, der damals noch nicht ahnte, daß er seine Heimat nicht wiedersehen würde. Dann zog ich weiter über Gairo—Berega— Mfomero und den Wami nach Bagamoyo, wo ich am 19. Juli nach iVsjähriger Abwesenheit von der Küste den indischen Ozean wieder sah.
Als ich am 4. August auf dem R. P. D. Kaiser, heimreisend den Hafen von Daressalam verließ, wußte ich, daß ich bald wiederkommen würde.
VI. Kapitel. Karls Kümpts.
Am 2. Februar 1898 erhielt ich gleich bei meiner Wiederankunft in Daressalam den Befehl nach Tabora zu reisen, wo Hauptmann Langheld um mehr Europäer gebeten hatte, da gewisse Anzeichen auf eine unruhige Stimmung im Lande deuteten.
Infolge Trägermangels konnte ich erst am 22. 2. mit 4 Askaris, 40 Trägern und 1 Maschinengewehr abmarschieren.
3 Wasaromoträger rissen mit ihren 15 Pfund Reis sofort aus. Das gleiche tat einer meiner Boys, der, wie mir seine Kollegen versicherten, es im letzten Moment nicht übers Herz brachte, sich von seinem zarten Verhältnis in der Hauptstadt zu trennen.
Am 11. März lagerte ich am malerischen Gombosee, der von Flußpferden und Krokodilen belebt war. Einige Jahre später war der „Gombo" vollständig ausgetrocknet.
Vom Gombosee bis Mpapua führt ein 9stündiger Marsch durch wasserlose Parklandschaft. Die Strecke wurde daher mit Telekesa- marsch zurückgelegt. Von Mpapua reiste ich über Handali, Mvumi, Kitalalo und den Mtiwefluß nach Kilimatinde. In den Sümpfen des Mtiwe fingen meine Träger eine Unmasse Welse.
Über die interessanten, wohl 20 Meter senkrecht in die Felsen gearbeiteten Wataturubrunnen, Mihamani, Kungu und Tura gehend, erreichte ich am 6. April Tabora nach 40 Marsch- und 4 Ruhetagen.