156
Der Feldzrlg zogen die Hereros.
Alle Abteilungen meldeten demnächst dem Oberkommando den richtigen Empfang dieses Befehls. Das Oberkommando suchte sich außerdem von der richtigen Auffassung seiner Weisungen durch die Unterführer dadurch zu überzeugen, daß es sich Skizzen der einzuschlagenden Vormarschwege einreichen ließ. Nach den eingehenden Zeichnungen schien auch jedes Mißverständnis ausgeschlossen zu sein.
Die Gesamtmasse der am Waterberg sitzenden Hereros wurde auf 50 000 bis 60 000 Köpfe einschließlich der Weiber und Kinder geschätzt; hierunter befanden sich mehreren Meldungen zufolge etwa 6000 mit modernen Gewehren bewaffnete Kämpfer, denen sich zahlreiche mit anderen Waffen ausgerüstete Krieger zugesellten, die die Gewehrträger begleiteten und sie im Verlustfalle ohne weiteres ersetzen konnten. Dieser Kriegsmacht gegenüber verfügten die Deutschen in vorderster Linie nur über 1488 Gewehre einschließlich der Eingeborenen, 30 Geschütze und zwölf Maschinengewehre. *)
Es mußte jetzt nur noch das Aufschließen der im flotten Vormarsch befindlichen letzten Teile der Abteilung Deimling abgewartet werden, dann konnte zu dem von jedem sehnlichst erwarteten entscheidenden Angriff geschritten werden. Nach so langer Zeit des Zuwartens, während welcher der Tatenlust von Führer und Mannschaften Zügel angelegt werden mußten, brannte alles vor Ungeduld, endlich an den Feind zu kommen.
15. Der Entscheidungskampf am tvaterberg.
Der Angriff Am 7. August war die Abteilung Deimling bei Okateitei aufgeschlossen; noch am
Wird auf den Abteilungen der mit so großer Ungeduld erwartete Befehl zum
11. August
festgesetzt. Angriff zu:
„Das Vorrücken aller Abteilungen an die feindliche Stellung erfolgt am 10. August nachmittags, der allgemeine Angriff am 11. 6°° morgens, v. Trotha." Unverzüglich meldeten die Abteilungen mittels des Lichtfernsprechers oder Funkentelegraph den richtigen Empfang des Befehls zurück.
Am 10. August früh standen die deutschen Truppen folgendermaßen:**) Abteilung v. Estorff bei Okomiparum, die 1. Feldkompagnie bis Okunjokona vorgeschoben;
Abteilung v. der Heyde bei einer Vley 15 Km nordöstlich Hamakari; Abteilung Mueller bei Ombuatjipiro; Abteilung Deimling bei Okateitei;
Abteilung v. Fiedler an einer Wasserstelle bei dem Osondjacheberge;
Abteilung Volkmann bei Otjenga.
Das Hauptquartier war in Ombuatjipiro.
*) Zusammensetzung und Gefechtsstärke der Abteilungen siehe nebenstehend. Skizze 9.