Teil eines Werkes 
Bd. 1 [H. 1-3] (1906) Der Feldzug gegen die Hereros
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

4. Der Ausbruch des Aufstandes ini Hererolande.

2!i

mit Offizieren besetzten Ersatzformationen zu rechnen. Konnten sie wohl je einen günstigeren Augenblick für den von ihnen geplanten Aufstand finden?

^. Der Ausbruch des Aufstandes i,n Hererslande.")

Die Hereros hatten es so gut verstanden, ihre innersten Gedanken und Absichten Die ersten An- vor den Deutschen zu verbergen, daß diesen der Ausbruch des Aufstandes zu i^'^^ Nufstande^iin Zeit völlig überraschend kam. Allerdings war schon in den ersten Tagen des Jcmnar ^5, an den stellvertretenden Gouverneur, Oberrichter Richter, die Nachricht gelangt, daß im Norden, Distrikt Gobabis Viehdiebstähle von Hereros bei Weißen ausgeführt wordeu seien, I"'"""'^4, und die Schuldigen sich auf die Aufforderung zur Rückgabe des Viehs frech benommen hätten. Auch in den Distrikten Karibik und Okahandja wareu schon in den ersten Jannartagen Fälle von Widersetzlichkeit Eingeborener gegen ihre weißen Arbeitgeber vorgekommen. Doch dies war nichts so sehr Ungewöhnliches und bot weiter keinerlei Anlaß zu ernsteren Besorgnissen. Erst am 10. Januar traf über Okahandja eine Nachricht aus dem Norden ein, die bedenklicher lautete. Dort hatten nach einer durch einen Brief des Missionars Eich bestätigten Meldung des Stationsältesten von Waterbcrg, Sergeanten Rademacher, die Hererogroßkapitäne seit einigen Tagen alle erhältlichen Pferde, Sättel, Zaumzeuge, Kleider und Decken ohne Rücksicht auf die Preise auf­zukaufen begonnen und angeblich in Otjikururume eine Beratung veranstaltet. Auf deutscher Seite glaubte man jedoch auf die alte bewährte Zuverlässigkeit der Groß­kapitäne noch rechnen zu können und von diesen keinerlei ernstliche Unruhen befürchten zu müssen.

Erst die in der Nacht zum 11. Januar und am Vormittage des 11. in Die Hereros Windhuk einlausenden Meldungen des Distriktschefs von Okahandja, Oberleutnants ^ der Reserve Zürn, daß nach Angabe eines Händlers mehrere hundert bewaffnete smnmcn. und berittene Hereros gegen Okahandja anrückten, daß 200 bis 300 Hereros be- 10./11. wasfnet in der Nacht durch Okahandja geritten seien und sich bei Osona gelagert J"»unr. hätten und daß der Oberhäuptling Samuel Maharero aus Okahandja verschwunden sei, zeigten die Gefahr in ihrer ganzen Größe. Es wurden nun zunächst alle nach Lage der Verhältnisse noch möglichen Maßregeln zur Rettung der im Lande zerstrent wohnenden Farmer getroffen. Nach Okahandja wurde von Windhuk aus mit der Bahn noch am Morgen des 11. eine Verstärkung von 20 Mann gesandt, auch die Verstärkung der nur von zwei Unteroffizieren und drei Mann besetzten Station Waterberg versucht. In Windhuk wurden alle noch verfüg­baren Mannschaften des Beurlaubtenstandes einschließlich des Landsturms und der Ersatzreserve eingezogen und die nicht laudsturmpflichtigeu Männer als Freiwillige eingestellt. Schließlich versuchte der Bezirksamtmcmn von Windhuk, Bergrat Duft,

*) Skizze 2.