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Innere Kolonisation in Neuseeland : mit 1 Kt. / Willi Plügge
Entstehung
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134
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V. Schluss.

In einem jungen Koloniallande wie Neuseeland, das der Besiedelung noch harrt, stellt die Landfrage andere Probleme als in einem Lande alter Kultur wie England, wo alles Land schon vergeben ist. In Neusee­land steht in der Landfrage die Besiedelung an erster Stelle. So ist es zu erklären, daß die Gesetzgebung in ihren bodenreformerischen Be­strebungen ihr Augenmerk zunächst auf die Bodenbesitzfrage richtete und erst in zweiter Linie mit der Frage beschäftigte, wie der Staat sich zur Grundrente verhalten solle.

i. Das Ziel der progressiven Regierung war, Neuseeland zu einem Farmerland zu machen, was sich in dem Schlagwortecloser settlement" ausdrückte. Es versteht sich von selbst, daß die Landfrage im Kampfe der Parteien die Hauptrolle spielte. Das Jahr 1891 bildet in der neuesten Zeit die wichtigste Grenzscheide in der politischen Entwicklung Neu­seelands. Damals ging die politische Herrschaft von denKonservativen" auf die Progressiven über. Waren die ersteren im wesentlichen von individualistisch-ökonomischen Gedankengängen in der Landpolitik im Sinne des free trade in land geleitet gewesen, wie es ihren Interessen entsprochen hatte, so suchte die ans Ruder gekommene progressive Partei vor allem auch in der Landfrage die wirtschaftlich schwächeren Schichten der Bevölkerung zu kräftigen. Es wäre zu viel gesagt, wollte man die progressive Partei als eine Partei der mittleren und kleineren Farmer im Gegensatz zu den Großgrundbesitzern hinstellen; denn Industriearbeiter gehörten auch dazu. Aber jedenfalls gaben die Farmer, oder solche, die es werden wollten, in der Partei den Ton an. Und die führenden Männer, vor allem der Landminister McKenzie, ein schottischer Farmer aus Otago, vertrat mit aller Entschiedenheit den Standpunkt des selbstwirtschaftenden bona-fide-Siedlers gegenüber dem kapitalistisch oder überhaupt nicht wirtschaftenden Großgrundbesitzer.