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ein Danaergeschenk geworden. Die agrare Lähmung Englands schien sich auf die junge Kolonie übertragen zu wollen.
Bodenreform wurde hier nach kaum 40jährigem Bestehen der Kolonie die wichtigste Frage. Sie schied die Parteien. Das Ergebnis des jahrelangen Parteikampfes war ein vollständiger Sieg bodenreforme- rischer Ideen, die von 1891 ab, seit die progressive Partei am Ruder ist, die neuseeländische Landpolitik unbedingt beherrschen. Ihre Ideen schöpft die neuseeländische Landgesetzgebung aus den Theorien der englischen Bodenreformbewegung, die deshalb hier kurz skizziert werden müssen.
2. Übersicht 1 ) über die englischen Bodenreformtheorien.
Die englische Bodenreformbewegung geht in ihren Anfängen auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück, d. h. die Zeit, wo in England die Umgestaltung des Agrarstaates in den Industriestaat begann. Damals fing die Verdrängung des ländlichen Kleinbetriebs, der Bauern sowie der Kleinpächter an, die heute dazu geführt hat, daß über */ 5 des landwirtschaftlich benutzbaren Landes in England in der Hand von wenigen Großgrundbesitzern sind. Die Zerstörung des ländlichen Klein- und Mittelbetriebes vollzog sich in zwei Wellen, deren erste im 16. Jahrhundert verlief. Die Einhegungen jener Zeit hatten ihren Grund darin, daß die Wollproduktion rentabler schien als der Getreidebau.
Die zweite Welle fällt in die Zeit von 1760 bis 1840. Damals war es die Weizenproduktion zum Export, die den Großbetrieb in der Land- wii tschaft rentabler erscheinen ließ. Der kapitalistisch interessierte
x ) Bezüglich clor folgenden Übersicht verweise ich namentlich auf folgende Schriften:
1. Dichl, Der ältere Agrarsozialismus usw. im Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung. Herausgegeben von Grünberg, Bd. i, Heft 2, S. 225ff.
2. Dichl, Über Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus, 1911, S. 67ff.
3. Dichl, David Ricardos Grundgesetze der Volkswirtschaft und Besteuerung, 1905, namentlich Bd. 1, S. isgff.
4. v. Schulze-Gävernitz, Zum sozialen Frieden, 1890.
5. Niehuus, Geschichte der englischen Bodenreformtheorien, 1910.
6. Die Werke von John Stuart Mill werden wie folgt zitiert:
a) Die Grundgesetze der politischen Ökonomie nach der Sammlung v. Gomperz, 1869 (zit. Princ).
b) Disscrtations and Discussions nach der englischen Ausgabe, London 1875 (zit. Diss.).
7. Henry George, Fortschritt und Armut, nach der deutschen Ausgabe von Güt- schow, 1881.