Druckschrift 
Meine Kriegs-Erlebnisse bei den Buren / von Karl Baumgart. Mit einem Geleitwort von A. H. Schiel
Entstehung
Seite
128
Einzelbild herunterladen
 

Ausweisungen und Verhaftungen.

Bald machte sich die Herrschaft der Engländer recht unan­genehm bemerkbar. Lord Roberts erließ eine Proklamation nach der andern. Die neue ZeitungJohannesburg-Gazette" bestand überhaupt nur aus Proklamationen aller Art. Die erste, die sofort nach dem Einzug der Truppen erschien, ver­sprach allen Bürgern, die an der Politik, die den Krieg ver­anlaßte, keinen besonderen Teil genommen haben und gewillt sind, ihre Waffen sofort niederzulegen sowie den Neutralitäts- cid zu leisten, daß sie nicht zu Kriegsgefangenen gemacht werden; es soll ihnen erlaubt sein, nach Ableistung dieses Eides zu ihren Wohnsitzen zurückzukehren, für ihr Privateigen­tum wird gebürgt, soweit es sich mit der Kriegsführnng ver­einigen läßt.

Darauf gaben alle in der Stadt Waffen und Mnnition ab und auch ich mußte meinen schönen Mauser dem englischen Offizier übergeben, nachdem ich sorgfältig vorher den Verschluß­kopf aus dem Schloß herausgenommen hatte.

Ans Bitten meiner Bekannten blieb ich noch einige Tage in den Eckstein Bnildings nnd ließ die englischen Posten, die wir sofort bekommen hatten, aufziehen. Ich trug nun uicht mehr meinen Bnrenhnt aus der Front, sondern einen sehr un» schuldig aussehenden Strohhut, nun und über meinen ver­bundenen Arm dachten die Tommis nicht weiter nach.

Nachdem ich meine klingenden Goldpfundc eingestrichen hatte, begab ich mich zu meinem Frennd.s^rrn v. C., mit dem ich schon ans dem DampferKocnig" zusammen von Hamburg weggefahren war. Jetzt war Herr v. C. Verwalter der Pioneer Gold-Mine nahe bei Johannesburg, bewohnte das niedliche Direktorhans und konnte mir dort ein Zimmer geben, wo ich mich Pflegen und vor den Engländern verstecken konnte.

Hier habe ich die schwerste Zeit meines Lebens durchge­macht und habe cS nur der aufopfernden Pflege des Herrn v. C., der wie ein Bruder sich meiner annahm, und der sorg­samen Behandlung des Herrn Dr. Graf, zu verdanken, daß ich nicht an meiner Wunde zu Grunde ging.