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Meine Kriegs-Erlebnisse bei den Buren / von Karl Baumgart. Mit einem Geleitwort von A. H. Schiel
Entstehung
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Mai 1900, lebhaft genug zu, Unser Hospital war überfüllt. Täglich kaineu Züge mit Verwundeten aus dem Süden und gaben nur zu deutlich Zeugnis, wie hartnäckig die Bnrcn um Kroon- stcid fochten.

Die letzten Tage unter der Bursnregisrung.

.In der lehteu Woche war mein Arm und Schulter viel schlimmer geworden. Während mein Kamerad v. Lockstcdt geheilt nach Pretoria zn unserem alten Kommando eilen konnte, schleppte ich mich nur mühsam dahin.

Schon seit einigen Tagen waren einige Kommandos des Gene­rals Delarey in der Stadt. Man befürchtete, die Buren würden rachsüchtig die Goldstadt Johannesburg, die Ursache des ganzen Krieges, plündern, die Goldmineu in die Lust sprenge».

Alles war in Angst und Sorge, weun anch die Besonnenen, die den Bnr schon seit Jahren kannten, nichts davon wissen wollten.

Ich hatte das Hospital verlassen müssen, es waren Hilfe­bedürftigere da, nnd an ein regelmäßiges Verbinden nnd sorg­fältige ärztliche Pflege war doch nicht mehr zu denken. Aber ich war dadurch iu eine unangenehme, beinahe trostlose Lage verseht.

Meine Barmittel waren erschöpft nnd meine Kräfte auch. Wohin sollte ich mich wenden? ^>war hatte ich genng Bekannte nnd Freunde in der Stadt, aber nimmt man denn die Hilfe Anderer in Ansprach in einer Zeit, >r>o jeder mit sich selbst genug zu thun hatte?

Doch Gott verläßt einen guteil Deutschen uicht. Ein mir bekannter Herr, der Verwalter der Ecksteins Buildings war, eines Gebäudes, iu dem die Kontore der englischen Kapitalisten lagen, die den Krieg heraufbeschworen hatten, bat mich, zn ihm zu kommen und ihm in diesem unheimlichen Gebäude, das damals auf einem Pnlverfaß stand, Gesellschaft zn leisten, ich sollte auch die von ihm gemieteten Posten beaufsichtigen.

So wurde ich denn Obernachtwächter in den Eckstein Bnil- dings gegen freie Verpflegung und ^ Pfd. Sterling pro Tag.