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Meine Kriegs-Erlebnisse bei den Buren / von Karl Baumgart. Mit einem Geleitwort von A. H. Schiel
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zu ihm aufsahen; dort der Alte mit grauem Haupt und Bart wie neben ihm der kaum dem Knabenalter entwachsene Jüngling.

Diese Leute flößten selbst dem wüstesten, verrohtesten Aben­teurer Achtung ein.

Am nächsten Morgen erschien etwas unsicher unser frühe­rer Kommandant. Er erklärte auf Befragen, er könne unsere Pferde nicht missen, weil er so viele kranke und vom Sattel gedrückte Gäule im Kommando Hütte. Wenn wir zu einem anderen Kommandanten gingen, dann müßte uns dieser wieder beritten machen.

Der General gab dem Kommandanten Blignant darauf folgenden Befehl:Die 3 Deutschen, die von Dir weggegangen sind, melden sich heute noch bei Dir, und Du giebst ihneu dieselben Pferde und dasselbe Sattelzeug, das sie vorher gehabt haben. Die Ausländer, die von soweit her zu uns gekommen sind, um uns zu helfen, sollen wenigstens dieselben Rechte haben wie wir Buren."

Beim deutschen Granje-Freistaat-Korps.

AIs wir uns nun stolz zu Roß bei Hauptmann Lorenz meldeten, wurden wir von ihm wie von seinen Leuten auf das Liebenswürdigste aufgenommen.

Hier wehte andere Luft, das merkten wir sofort, hier war Disziplin und Ordnung.

Das Kommando, ca. 80 Mann stark, war in Beritte zu 10 Mann eingeteilt, und diese zerfielen wieder in zwei Koch- gememschaften. Ich wühlte mir einen Beritt, in dem zwei Fleischer waren, und ich habe es nie bereut.

Es war eine wild zusammengewürfelte Gesellschaft aus allen Ständen und allen Berufsklassen. So gehörten zu meiner Kochgemeinschaft ein früherer preußischer Offizier, ein Berliner Schlachtergeselle, ein französischer Roßarzt, ein Akrobat und ein Minenarbeiter.

Unser alter guter Lagerkommandant gab uns Fleisch, Hartbrot und Thee, und nachdem wir uns an Speise und Trank