Meine Ausreise nach Süd-Afrika mit dem Dampfer „Roenig".
Als die Nachricht von dcr Kriegserklärung zn nns nach Deutschland kam. da ging eine gewaltige Begeisterung für die Buren durch unser Volk. Das sreic Hirtenvolk da drüben, das- so trotzig dem stolzen, mächtigen England die Stirn bot, es erwarb sich im Finge die Sympathien der ganzen Welt. Hoch und Niedrig nahm Anteil au ihrem Geschick. Uebcrall wurden Versammlungen abgehalten nnd Komitees gebildet, nm den Bnrcu zn helfen. Und manches junge Herz schlug höher. Hier war Gelegenheit, die Jngcndträniue zn verwirklichen. Nnd die Verlockung war groß. Galt es doch, dem Heldenvvlk der Buren zu. helfen, gegen das gvldgierige, allgemein verhaßte England zu. kämpfen.
Von allen Seiten eilten Freiwillige herbei und der Dampfer „Herzog" der Dcntsch-Ostafrika-Linie nahm am 11. Oktober schon ca. 25 Bnrenkämpfer von Deutschland mit.
Ich war damals in Hamburg. Die von Tausenden besnchte Volksversammlung war zn Ende. Aber alles das, was dort geredet, ging mir immer '.nieder durch den Siuu und dann war mein Entschluß gefaßt. Ein junger Mensch muß etwas erleben, sich den Wind um die Nase pfeifen lassen. Wer wagt, gewinnt. In 2 Tagen ging der Dampfer „Koeuig" uach Transvaal uud- der sollte mich mitnehmen.
Der 25. Oktober 189S, der Tag der Abfahrt des Dampfers, kam. Schou in den Passagierhallen am Hafen zeigten mir die vielen vorschriftsmäßigen Mciuöverkoffer, wer meine Schiffs-- gcuosseu und künftigen Frontkameradcn sein würden. Und wirklich fanden sich ca. 30 jnnge Leute, meistens frühere Offiziere, an Bord zusammen, die alle das gleiche Ziel, den südafrikanischen Kriegsschauplatz, hatte». Nach 4 Tagen kamen wir uach Amsterdam. Wenn in Deutschland die Begeisterung für die Burcnsache- groß gewesen war, hier in Holland stieg sie ins Unermeßliche. Ucberall auf den Straßen hörte man die Bnreuhymue, überall in den Schaufenstern sah man daS Bild des greisen Ooin Paul.