15. Kapitel.
Die Kämpfe im Groß-Namalande bis zum Ende des Jahres 1905.
Die allgemeine Lage im Jahre 1904. — Morenga. — Der Abfall Äendrik Witboois und der Aufstand der Hottentotten. — Die ersten Kämpfe. — Deimling, Meister und Ritter im Auobtal. — Oberst Deimling schlägt Morenga in den Karasbergen. — Cornelius Frederiks. — Morenga an der Ostgrenze. — Die letzten Kämpfe gegen die Witbooi. — Der Tod Äendriks bei Fahlgras und seine Folgen. — Simon Kopper und Manasse Noreseb. — General v. Trotha verläßt das Schutzgebiet. ^ Die Verfolgung des Cornelius und seine Auterwerfung. — Erneute Kämpfe gegen Morenga, Morris und Johannes Christian. — Das Gesecht bei Äarrebeestmund.
m Groß-Namalande hatten sich seit Ausbruch des Kereroaufstandes die politischen Verhältnisse dauernd verschlimmert. Zwar fochten die Witbooi und Bethanier noch Schulter an Schulter mit den deutscheu Truppen — das hinderte aber ihre Stammesgenosseu nicht, zu gleicher Zeit ebenso wie alle anderen Namastämme und vor allem die Bondelzwart so aufrührerische Gelüste zu zeigen, daß eine allgemeine Unsicherheit für Person und Eigentum in vielen Gebieten des Namalandes die deutschen Farmer zwang, ihren Besitz zu verlassen und sich in die befestigten Plätze zu flüchten. Die deutschen Machtmittel bestanden uur aus der 3. Feldkompagnie unter Äaupt- mann v. Koppy und wenigen Polizeimannschaften. Bald erschienen auch die Baudeuführer Morenga und Morris, die nach dem Frieden von Kalk- fontein im Januar 1904 auf englisches Gebiet geflohen waren, wieder nördlich des Oranje, und der erstere schlug sein .Hauptquartier in den Karasbergen auf, wo er bald eine große Bande räuberischer .Hottentotten aller Stämme um sich versammelte.
Im Juli 1904 trafen aus Deutschlaud die ersten für den Süden bestimmten Verstärkungen, 1 Kompagnie und 1 Batterie unter Major v. Len- gerke, in Lüderihbncht ein und vereinigten sich bald darauf mit den Truppe» Koppys in Keetmanshoop.