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Im deutschen Diamantenlande : Deutsch-Südwestafrika von der Errichtung der deutschen Herrschaft bis zur Gegenwart (1884-1910) / von Kurd Schwabe
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12. Kapitel.

Das Schutzgebiet in den Jahren 1897 bis 1903.

Die Rinderpest und ihre folgen, Die Eisenbahn Swakopmund-^Windhuk und der Molenbau. Die Ausstände der Afrikaner und der Zwartbooi, Erneute Unruhen im Groß-Nama- und Äererolande. Die politischen Verhältnisse im Jahre l9<13 und der

Aufstand der Bondelzwart.

as schwerwiegendste Ereignis sür das Schutzgebiet nach dem Ausstande im Jahre 1896 war das Vordringen der Rinderpest, Von den kapländischen Behörden war bereits in demselben Jahre Geheimrat Koch nach Kapstadt berufen worden, um mit Unterstützung des Staates den Kampf gegen die Seuche im Britischen Südafrika aufzunehmen, und an den Erfolgen, die hier von dem berühmten deutschen Gelehrten erreicht wurden, nahmen auch die übrigen Staaten Südafrikas, Transvaal und der Oranje-Freistaat, vollen Anteil, In Südwestafrika hatte Gouverneur Leutwein eine voll­ständige Absperrung der Grenzen angeordnet nnd die Durchführung und Überwachung dieser Maßregel dein Regieruugsrat v. Lindequist übertragen. Anter überaus großen Anstrengungen der zu diesem Zweck kommandierten Ärzte, Offiziere und Mannschaften wurde besonders an den östlichen und nördlichen Grenzen des Äererolandes, dem an Rindern reichsten Gebiete, ein etwa 20 Km breiter viehfreier Gürtel geschaffen und hierdurch alles getan, nin der Seuche ein Vordringen in das Schutzgebiet zu erschweren. Daß diese mit aller Energie durchgeführten Maßnahmen nicht einen vollen Erfolg mit sich brachten, lag einmal daran, daß die Äberwachung des weitaus- gedehnten Laudgebiets trotz aller Anstrengungen eine vollkommene natur­gemäß nicht sein konnte, zum andern aber an dem Amstande, daß die Seuche auch auf das Großwild übertragen und von diesem weiter verbreitet wurde.

Inzwischen hatte der im Juni 1897 im Schuhgebiet eingetroffeue Stabsarzt Dr. Kohlstock, der Assistent des Geheimrats Koch in Südafrika gewesen war, im Verein mit dem Roßarzt Nickmann und dem Assistenzarzt

Schwabe, Im deutschen Diaiuantcnlande. 15