11. Kapitel.
Der Ausstand der vereinigten Khauas, Herero und Ovambandjeru.
Erste Gerüchte. — Nach Okahandja. ^- Stationsleben im Kriege, — Durch Kampf zum Sieg. — Die Erschießung der Rcbellenhäuptlinge. — Friede. — In Windhuk und Rehoboth. — Von neuem zur Küste.
ls wir am Abend unserer Ankunft in Swcckopmund Bahrs Äotel „Zum Fürsten Bismcirck" betraten, fanden wir eine aufgeregte Gesellschaft vor. Schou waren dunkle Gerüchte von den ersten Feindseligkeiten im Osten bis hierher gedrungen, und man wußte bereits, daß die Truppe in zwei Kolonnen von Windhuk gegen Gobabis vorgerückt war. Infolgedessen wurde die Äeimsendung der zur Entlassung kommenden Mannschaften bis auf weiteres verschoben, und Major Mueller, der kurz zuvor an der Küste eingetroffen war, beschloß, den Äciuptteil derselbe» zur Besehung und Sicherung des Baiwegs zu verwendeil. Am 10. verließ er mit Äeldt und den Mannschaften Swcckopmund, nachdem alle vorhandenen Wageil requiriert worden waren, und zog ins Innere. Die Stationen Nonidas, Äaiganckab, Salem und Tsaobis wurden stark besetzt. Inzwischen ließ ich Swakopmund zur Verteidigung einrichten. Dies war aber leichter gesagt als getan, denn der Ort ist weit ausgedehnt, und die Allzahl der vorhandenen Waffen war gering. Ich gab sofort der „Damara- und Namaqua-Äandels-Gesellschaft" und der „Kolonial-Gesellschaft sür Südwestafrika" Erlaubuisscheiue zur Einfuhr von Gewehreil, Revolvern und Munition aus Kapstadt, und der „Leutwein" sollte diese so schnell als möglich holen. Die Stories, die das Land durchschwirrtcn, wirkten auf die Bevölkerung, Weiße wie Eingeborene, sehr beunruhigend. Da hörte man, die gesamten .Herero seien aufgestanden; Äendrik Witbooi habe sich ihnen angeschlossen, und die Naman des Südens lind Südostens seien in Heller Empörung. Ich maß zwar diesen Gerüchten,