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Im deutschen Diamantenlande : Deutsch-Südwestafrika von der Errichtung der deutschen Herrschaft bis zur Gegenwart (1884-1910) / von Kurd Schwabe
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10. Kapitel.

Das Wachsen der deutschen Macht.

Unruhen im Osten. Ein Jahr des Friedens. Die Bastarde von Rehovorh. Neue Verwicklungen im Osten. Ein Patrouillenritt längs des Kuisebflusses.

Während in der Naukluft die Entscheidung gefallen und das Kriegsbeil begraben war, gärte es bereits wieder im Osten des Schutzgebietes an den Grenzen jener unbekannten Wüstensteppe, die manKalahari nennt. Die Völker des Namastammes, die dort ein unstetes Nomadendasein führten, die von Jagd, Raub und Mord zu leben gewohnt waren, wollten es nicht glauben, daß die Macht des trotzigsten und stärksten der Nama- fürsten gebrochen worden sei. Sie verlachten die Boten, die ihnen die Nach­richt von den deutschen Siegen brachten, und wiesen ihnen mit Schlägen den Äeimweg.

In Windhuk saß damals als Distriktschef der Premierleutnant v. Äeydebreck. Ihm unterstanden die Stationen in den Tälern des Auas- und Ongeamagebirges, am Schaffluß und fern im Osten, wo der weiße und schwarze Nosob sich zu einem Strome vereinigen. Während des letzten Feldzuges hatte ihm der Schutz des Äauptwaffenplatzes Windhuk und der Straßen zur Küste obgelegen, er hatte das Transportwesen gesichert und ge- regelt und der im Felde stehenden Truppe Proviant und Munition nach- gesandt.

Aber es war ihm zu gleicher Zeit nicht unbemerkt geblieben, daß im Stromgebiete des Nosob sich ernste Dinge vorbereiteten. Auch die Äerero, die östlich und nördlich des Schafflusses saßen, rührten sich; die weißen Farmer dieses Gebietes wurden von ihnen bedrängt und mußten in einzelnen Fällen die Äilfe der Polizei in Anspruch nehmen.

Auf der am weitesten nach Osten vorgeschobenen Station Aais kam es zu den ersten Feindseligkeiten. Seit den Ereignissen im Februar und März