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II
9. Kapitel.
Des Nama-Königreiches Ende.
Die Naukluft. — Der Vormarsch, — Der letzte Tag des Waffenstillstandes. — Vergebliche Unterhandlungen. Ein Angriff von drei Seiten. — Aus Kendriks Spuren im .Hochgebirge. — Das Gesecht im ?sauchabtal. — Friede!
WWDevor ich die Schilderung der letzten Kämpfe mit Äendrik Witbooi in der Naukluft beginne, will ich eine kurze Skizzierung des Geländes vorausgehen lassen, dessen Eigenart diese Kämpfe zu überaus mühe
vollen lind anstrengenden machen sollte.
Die Naukluft, d. h. „enge Kluft", ist ein Gebirgsstock, der aus den zu jenen Zeiten noch unbekannten, menschenleeren, aber wildreichen Grasflächen sich erhebt, welche, am Rande des Dünengürtels sich hinziehend, im Gebiete des längst zersprengten Namastammes der Groot-Doden liegen. Nur durchstreift von wilden, jagenden Buschleuten, waren diese Gegenden selbst unseren sonst gut unterrichteten Bastard-Äilsstruppen ganz unbekannt, und keines Weißen Fnß hat vor der deutschen Truppe diese Einöden betreten. Äberall steil aus den Ebenen aufsteigend, erstreckt das Gebirgsviereck sich vom Tsondabflusse im Norden bis zu dem sagenumwobenen Tsauchabrivier im Süden, von dem undurchdringlichen, hier etwa 160Kni breiten, wasserlosen Dünen- und Wüstengürtel im Westen bis in das Quellgebiet des lieblichen Blumfischriviers im Ssten, Wenn man von Windhuk her über Nehoboth und Aub auf den weit übersichtlichen, großen Ebenen des Bastardlandes heranzieht, steigeil allmählich aus der Fläche diese steilen, trotzigen Felsenmauern empor, erst bläulich duftig, dann dunkler und dunkler, bis man, noch weit von ihrem Fuße entfernt, den Eindruck hat, als ob man unmittelbar unter ihren Graten dahin- ritte. Erdrückend und gewaltig, einein riesigen Kastelle gleich, wächst der Gebirgskoloß aus der Ebene empor. Nur wenige schroff eingeschnittene Flußtäler bilden die Eingangstore in das Gebirgsinnere.