6. Kapitel.
Stationschef in Swakopmund.
Reise zur Kllste. — In Swakopmund und Walfischbai. — Major Leutwein, — Nach
Otjilnvingwe,
n der nächsten Zeit hörte man von Äeudrik Witbooi wenig. Er hatte im September einen Brief an Samuel Maharo nach Okahandja geschrieben, in dem er anfragte, wie dieser sich dazu stellen werde, wenn er, Äendrik, die deutschen Ansiedler iu Otjimbingwe augreifen würde. Da er sich jedoch eine Abweisuug seitens des Kafferichäuptlings holte, kam er auf diesen Punkt nicht mehr zurück, in der Furcht, sich die Äerero von neuem zu Feinden zu machen. Aus dem südlichen Groß-Namalcmde trafen bald erfreuliche, bald trübe Nachrichten ein; doch konnte in keinem Falle die reine Wahrheit ermittelt werde«:, da uns jeder sichere Gewährsmann dort fehlte, uud erst viel später erfuhen wir, daß Äendrik wieder einmal Streifzüge durch den Süden des Schuhgebiets ausgeführt hatte. Aus Keetmaushoop mußten sogar einige deutsche Kaufleute mit ihren Familien bis über den Oranjefluß fliehen, da Witbooi alle möglichen Drohuugen gegen sie ausgestoßen hatte und seine Scharen im November diesen Ort berührten.
In Windhuk ging indessen das Garuisouleben seinen gewohnten Gang. Eine ganze Anzahl Bauten war mit der Zeit fertiggestellt worden, so ein neues Offizierwohnhaus, Anterkuuftsräume für Unteroffiziere und Mannschaften und ein Gebäude für die Äauptwache, sämtlich nördlich der Feste an dem Wege nach dem Kommissariat gelegen. Auch die Küche der Schutztruppe wurde erweitert und der Ban eines Schlachthauses in Angriff genommen.
Die Ansiedlerfamilien hatten sich, so gut es ging, eingerichtet, einige in Groß-, andere in Klein-Windhuk. Letztere betrieben auf den ihnen zugewieseneu .Heimstätten hauptsächlich Garteubau. Sie alle aber fühlten