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Im deutschen Diamantenlande : Deutsch-Südwestafrika von der Errichtung der deutschen Herrschaft bis zur Gegenwart (1884-1910) / von Kurd Schwabe
Entstehung
Seite
67
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5. Kapitel.

Wechselndes Kriegsglück.

Das Gefecht bei Naos, Der Überfall bei Korebis. Die Verstärkung der Schutztruppe. Äendrik Witbooi weicht neuen Kämpfen aus.

ie ich bereits im vorigen Abschnitt angeführt hatte, sollte die Besatzung von Kornkranz nunmehr eingezogen werden. Am 5. Juli setzte sich ein Kommando von 38 Reitern, 39 Mann zu Fuß und 3 Wagen in Marsch. Äauvtmann v. Fran^ois führte die Berittenen, ich die Wagen­bedeckung, und wir erreichten über Gurumanas am 8. nachmittags 4^ Ahr .Hornkranz. Wie ausgestorben lagen der Ort und die Schanze zu unseren Füßen, als wir die letzten Äöhen überschritten. Da setzte der Trompeter sein Instrument an, und schmetternd erklangen die hellen Töne eines Signals, tausendfach sich brechend und wiedertönend an den wilden Felsbergen. Nun wurde es lebendig in der Schanze! Die Anseren liefen heraus, Äüteschwenken, Hurrarufen! Dann eilten sie uus entgegen, und nun begann ein Äändeschütteln, ein Fragen und Antworten! In manchem Auge sah ich Tränen, als es hieß: Nun geht es nach Kause, dem: acht volle Wochen hatten diese Braven fast wie Gefangene in der engen Schanze gelebt, oft, zum letztenmal am 6. Juli, vom Feinde beschossen, fast stets umlagert, ohne alle Verbindung mit der Außenwelt und ohne jede Bequemlichkeit.

Ein hartes Leben war es gewesen, voller Fährlichkeiten und Ent­behrungen, aber sie waren stolz auf ihre Erfolge, und als wir abends, nach­dem die Außenwachen allsgestellt waren, lim die Schanze, über der die deutsche Flagge lustig flatterte, lagerten, da war alle Mühsal vergessen. So müssen rechte Soldaten sein!

Besonders schwierig, so erfuhren wir jetzt, war das Wasserholen ge­wesen, denn die nächste Wasserstelle war weit über 200 m von der Schanze entfernt. Das Wasser in dem eisernen Tin aber hatten die -Unteroffiziere sehr

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