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Dreißig Jahre in der Südsee : Land und Leute, Sitten und Gebräuche im Bismarckarchipel und auf den deutschen Salomoinseln / von R. Parkinson. Hrsg. von B. Ankermann
Entstehung
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nter der Bezeichnungwestliche Inseln" fasse ich die kleinen Inselchen und Inselgruppen zusammen, die westlich von den Admiralitäts- inseln liegen. Es sind das, von Westen angefangen, die folgenden: Matty oder Wuwulu, Durour oder Aua, die Echiquierinseln oder Ninigo, die Kermit-(Eremiten-)Inseln oder Luf, auch Agomes genannt, und die Anachoreteninseln oder Kaniet.

Wir beginnen mit der Beschreibung der beiden zuerst genannten Inseln, die geographisch und ethnographisch zusammengehören.

1. Wuwulu und Aua.

Diese beiden Inseln liegen etwa 4l) Seemeilen voneinander ent­fernt, die erstere unter 1° 43'/-' südlicher Breite und 142° 50' östlicher Länge, die zweite unter 1° 26' südlicher Breite und 143° 10' östlicher Länge. Beide sind niedrige Koralleninseln, nur wenig über der Meeres­oberfläche erhaben, aber mit einer recht reichen Vegetation bedeckt. Außer der genügsamen Kokospalme, welche in bedeutenden Beständen vorhanden ist, finden wir hier die charakteristische Strandflora der Südseeinseln und daneben auch den Brotfruchtbaum und die Banane, sowie die Taro- pflanze. Infolge dieses reichen Pflanzenwuchses hat sich auf der Ober­fläche der Korallenbänke im Laufe der Jahre eine tiefe Humusschicht gebildet, so daß die Bewohner imstande sind, eine genügende Anzahl von Nährpflanzen anzubauen. Sie sind daher nicht, wie auf zahlreichen anderen Koralleninseln, ganz und gar von der Kokospalme und dem Fischfang abhängig. Dennoch soll von Zeit zu Zeit ein merklicher Nahrungsmangel eintreten, so daß die täglichen Nationen auf ein Mini- mum eingeschränkt werden müssen.

Beide Inseln bieten keine Ankerplätze; vom Rande des sie ein­säumenden Korallenriffes fallen die untermeerischen Jnselwände steil in