Die Stämme des mittleren Neupoinmern.
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Herr Pater Eberlein sagt mir, daß daneben noch ein zweiter Bund vorhanden ist, bestehend aus allen kampffähigen Männern und Jünglingen; die Mitglieder dieses Bundes dürfen nicht das Fleisch des weißen Kakadus essen, auch nicht das' des roten und des grünen Papageies; die Taube, der Rabe, eine Falkenart, der fliegende Kund sowohl wie einzelne Fischarten und bestimmte Gemüsesorten sind ihnen ebenfalls verboten (wmdu). Es besteht der Aberglaube, daß sie, wenn sie dies Verbot übertreten, im nächsten Kampfe das Leben verlieren.
6) Die Stämme des mittleren Teiles von Neupommern.
Südlich von der Einschnürung, welche die Gazellehalbinsel von der übrigen Äauptinsel trennt, wohnen auf den Bergzügen, die im Osten von der Großen Bai und der Iacquinotbai, im Westen von den hohen Vulkanen der „Vater"-Gruppe begrenzt werden, eine Anzahl von sprachlich verschiedenen Stämmen, die jedoch, soweit wir heute zu urteilen vermögen, einer gemeinschaftlichen ethnographischen Provinz angehören.
Erst in der letzten Zeit ist es gelungen, mit diesen Stämmen in Verbindung zu treten. Eine Anzahl der jüngeren Leute hat sich als Pslanzungsarbeiter anwerben lassen, einige derselben sind bei der Katholischen Mission aufgenommen worden, und hier hat der Bruder Äermann Müller mit großem Fleiß und unendlicher Ausdauer nicht nur die Sprache studiert, sondern auch zahlreiche Aufzeichnungen über Sitten und Gebräuche gemacht, die uns beweisen, daß wir hier einen Stamm vor uns haben, wesentlich verschieden von den Stämmen, die auf der Gazellehalbinsel wohnen.
Die erste nähere Mitteilung über diese Gegend verdanken wir dem wesleyanischen Missionar Brown, der im Jahre 1878 zuerst dieselbe besuchte. Er kam jedoch nicht weit über die Äcnry Neid-Bucht hinaus, und die Beschreibung, die er in den Proceedings der Noyal Geographical Society von dieser Tour gibt, berechtigt uns zu der Annahme, daß er mit dein Bergstamme der Gaktei zusammengetroffen ist, der eben einen Kriegszug gegen die am Strande wohnenden Sulka unternahm. Der Galt ei stamm bewohnt die Bergrücken zwischen der Offenen Bucht und der Großen Bai. Er ist wahrscheinlich identisch mit den „Paleawe", die Äerr Pater Nascher, von der Offenen Bucht landeinwärts vordringend,