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Dreißig Jahre in der Südsee : Land und Leute, Sitten und Gebräuche im Bismarckarchipel und auf den deutschen Salomoinseln / von R. Parkinson. Hrsg. von B. Ankermann
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Die Taulil und Butam. 1/1

zu stillen, reibt er die gemachten Wunden mit gebranntem Kalkpulver ein. Wunden verbindet er immer sehr sorgfältig mit allerhand Blättern, denen er heilende Eigenschaften zuschreibt und die anscheinend die er­wünschte Wirkung haben.

Die Steinaxt war noch bis vor wenigen Iahren sein einziges Werkzeug; heute bereits ist dieselbe verschwunden, wenigstens bei den Nordbaining, und es hält sehr schwer, ein vollständiges Exemplar zu erwerben. Axtklingen sind jedoch noch hie und da erhältlich. Bei den Südbaining ist die Steinaxt noch vielfach das ausschließliche Handwerks- gerät. Bei Kap Buller am Sankt-Georgs-Kanal sah ich in den Händen der Männer, die anscheinend vom Holzfällen herbeigeeilt waren, aus­schließlich Steinäxte mit dem üblichen knieförmigen Stiel, konnte jedoch zu meinem großen Leidwesen kein einziges Exemplar erwerben, weil die Leute zu furchtsam waren, um meine Annäherung abzuwarten. In dem Vorstehenden habe ich in Kürze eine annähernd erschöpfende Beschrei­bung dieses interessanten, primitiven Volkes gegeben.

c) Die Taulil und Butam.

Es bleibt mir nun noch übrig, den kleinen Stämmen der Butam und Taulil meine Aufmerksamkeit zu widmen.

Gehen wir vom Vunakokor (Varzinberg) in südwestlicher Richtung gegen die Bainingberge vor, so stoßen wir, nachdem wir die bewohnten Distrikte am Fuß des Berges im Rücken gelassen, stundenlang auf keine menschliche Ansiedlung mehr. Lange Zeit geht der Weg über die mit dichtem Wald bewachsene Ebene, bis tiefe, von silberklaren Bächen durchzogene Schluchten uns den Weg erschweren. Einer dieser Bäche läuft lange Zeit zwischen zwei senkrechten Wänden, und um einen geeig­neten Ausstieg zu finden, muß man bachabwärts gehen.

An dieser gefährlichen Stelle war es, wo ein Teil der Mörder der Frau Ä. Wolfs im Jahre 1902 von den Taulil überrascht und getötet wurde, in dem Augenblick, wo sie in größter Ruhe Flußkrebse fingen. Nachdem die Schlucht passiert und die Anhöhe erklommen, bemerken wir Kokospalmen. Dieselben bezeichnen einen früheren Wohnplatz der Taulil, Palakukür genannt. Erst nachdem wir noch mehrere Schluchten durch­klettert haben, stoßen wir auf neuangelegte, mit lebenden Hecken eingefaßte