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Dreißig Jahre in der Südsee : Land und Leute, Sitten und Gebräuche im Bismarckarchipel und auf den deutschen Salomoinseln / von R. Parkinson. Hrsg. von B. Ankermann
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Einiibung der Tänze.

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alle den Zweck haben, einen bestimmten Vorgang pantomimisch darzu­stellen. Der begleitende Gesang hat nicht immer einen Zusammenhang mit der pantomimischen Ausführung, und sür einen Aneingeweihten ist es schwer, aus der Vorstellung klug zu werden. Dem weißen Zuschauer präsentiert sich ein Tanz als eine zwei- bis vierfache Reihe von Tänzern, die in den Äcinden bunte Feder- oder Blumenbüschel halten, deren Körper durch allerhand Bemalung und durch allerlei Schmuck auf Kopf und Körper geputzt ist und die zu einem lauten, nicht gerade sehr lieblich klingenden Gesang, der unisono von allen Tänzern angestimmt wird, allerhand Figuren ausführen, bald vorwärts, bald rückwärts schreiten oder hüpfen, bald, stehend oder hockend, mit den Füßen bestimmte Be­wegungen ausführen und Äände und Arme bald nach rechts, bald nach links strecken, die Feder- oder Blumenbüschel nach vorgeschriebener Weise schwingend. Abgesehen von dem wechselnden Körperschmuck erscheinen einen? Fremden daher die Tänze äußerst monoton und gleichartig zu sein, während sie in der Tat eine komplizierte Reihe der verschiedensten Körper­bewegungen sind, genau abgemessen nach bestimmten Regeln und An­ordnungen, und einen ganz bestimmten Vorgang pantomimisch dar­stellend. Die Zeremonialtänze des Duk-Duk und des Ingiet habe ich an anderer Stelle (Abteilung VIII) ausführlich besprochen.

Bei den Tänzen ist es üblich, den Körper von Kopf bis zu Fuß mit Schmuck zu zieren, nicht nur durch Bemalung, sondern auch durch Anlegung von Schmuckgegenständen, wie solche bereits oben ausgesührt worden sind. Namentlich der Kopsschmuck ist beachtenswert, und die Anordnung von bunten Federbüscheln, farbigen Blättern und Blüten, zierlich geformten Muschelplättchen und kleinen geschnitzten Äolzfigürchen, welche Tiere oder menschliche Figuren darstellen, verrät häufig einen sehr guten Geschmack, wie man ihn bei diesen Eingeborenen kaum er­warten sollte.

b) Die Baining.

Nachdem ich nun die Bewohner der Nordost-Gazellehalbinsel ein­gehend geschildert habe, kann ich mich den Baining zuwenden. Eine Schilderung dieses Stammes, ihrer Sitten und Gebräuche wird bei weitem kürzer ausfallen, denn obgleich wir durch die Untersuchungeil des