Ursprung der ethnographischen Ankerschiede.
sein, da die Baining zu jener Zeit wohl ebensowenig Boote besaßen wie jetzt.
Der Unterschied der Baining von den Bewohnern des südlich von der heutigen Gazellehalbinsel gelegenen Berglandes läßt sich ebenso er- klären. Die verhältnismäßig niedrige Landenge, welche heute beide Teile verbindet, besteht aus gehobenen Korallenformationen, und wo heute eine Landenge ist, existierte wohl früher eine Straße, welche das Baininghochland von dem Südhochland schied. Eine ähnliche Trennung mag vorhanden gewesen sein zwischen dem Südhochland und dem großen Westteil der Insel.
Die mächtige vulkanische Tätigkeit, welche der Rookinsel gegenüber die Küste von Neuguinea ruckweise über die Meeresfläche erhoben hat, so daß wir noch heute an den Terrassen die Zahl und den Llmfang der Erhebungen genau festzustellen vermögen, hat sich auch bis Neupomincrn ausgedehnt. Auch hier vermögen wir die Terrassenbildung zu verfolgen, wenn auch nicht in dem Amfange wie z. B. auf Festungshuk in Neuguinea. Immerhin sind diese terrassenförmigen Erhebungen verfolgbar bis zur Landenge, welche die Gazellehalbinsel von der Äauvtinsel scheidet. Außer diesen Hebungen haben vulkanische Ausbrüche, verbunden mit mächtigen Aufschüttungen des ausgeworfenen Materials, das ihrige bei-- getragen, um der Insel ihre heutige Gestalt zu geben. Die Südhälfte von Neumecklenburg, das Baininggebirge der Gazellehalbinsel, das südlich davon liegende.Hochland und das Westende von Neupommern waren daher wohl seinerzeit voneinander getrennte Inseln, deren Bewohner wenig Verkehr miteinander hatten und auch nachdem die einzelnen Inseln durch .Hebungen des Bodens zum Teil unter sich verbunden waren, ihre Sonderstellung und ihre Eigentümlichkeiten bewahrten.
a) Die Eingeborenen des Nordostens der Gazellehalbinsel.
In der nun folgenden Schilderung der Bewohner, ihrer Sitten und Gebräuche folge ich der vorher aufgestellten Gliederung der Stämme, wonach sich deutlich geschiedene ethnographische Provinzen abgrenzen lassen. Die erste dieser Provinzen umfaßt demnach das Gebiet der Gazellehalbinsel, soweit es von den aus Neumecklenburg eingewanderten Stämmen bewohnt ist und dessen Grenzen bereits angegeben wurden.