ZWANZIGSTES KAPITEL.
DIE SPRACHEN DES KILIMÄ - NDJAEO - DISTRICTS.
MASSAI. — K1DJAGGA, KITAWETA U. S. W. (bANTUSPRAOHEN).
Das Interesse an den afrikanischen Sprachen ist erst neuerdings erwacht, aber in steter Zunahme begriffen. Die Arbeiten von Bleek, Lepsius, Müller, Steere und Schön, von Barth, Koelle, Krapf und Reinisch — nicht zu gedenken vieler anderer ernsten Mitarbeiter auf dem frisch beackerten Felde,, welche alle zu unserer jetzigen Summe von Kenntnissen ihr Theil beitrugen — haben endlich gerechte Würdigung gefunden, und wenn auch viele dieser Grammatiker über ihren Studien unbekannter Sprachformen hinweggestorben sind, so hat doch fast in jedem Fall ihr Werk öffentliche Anerkennung und einen Werth erhalten, den weder sie selber noch ihre Verleger erhofften, als die Grammatiken oder Vocabularien oder Handbücher einem Publikum zuerst bekannt gegeben wurden, welcher ihnen keine besondere Aufmerksamkeit ent- * gegenbrachte.
Wer jetzt die afrikanischen Sprachstudien beginnt oder fortsetzt, schuldet Robert Needhain Cust gerechten Dank für seine mühevolle bibliographische Arbeit x , welche jede bekannte Quelle der Belehrung tabellarisch aufführt und in die wegen unserer spärlichen Kenntnisse zu einer hoffnungslosen Masse aufgehäuften sich widerstreitenden Theorien einige Ordnung gebracht hat, So unvollständig wir auch den Gegen-
1 „The modern Languages of Africa." 2 vols.