SIEBZEHNTES KAPITEL. KLIMA, GEOLOGIE, BOTANIK etc.
Ali einer Stelle dieses Werks sind bereits die Hauptzüge der physikalischen Geographie der Gegend am Kilima-Ndjaro angedeutet, nämlich die trockenen, fast unbewohnten Ebenen, welche mit dürrem gelben Grase und verkrüppelten Bäumen überall bewachsen sind, wo nicht perennirende Gewässer einen reichern Pflanzenwuchs hervorrufen; ferner die in Nebel gehüllten Schneeberge, auf welchen das feuchte Klima einen grünen frischen Pflanzenteppich schafft, welcher an die schönsten Gegenden unserer Heimat erinnert; die majestätischen Wälder, welche gewisse Districte wie Taweta bedecken, und nicht weit davon entfernt die weiten Flächen mit weissem Natronsalz, die Becken eingetrockneter Seen. In einem Lande von so verschiedenem Ansehen finden sich natürlich auch grosse Unterschiede der Temperatur und eine unendliche Mannichfaltigkeit des Klimas. Man klettere nur zwei Tage am Kilima-Ndjaro empor und man fühlt sich von äquatorialer Hitze nach arktischer Kälte versetzt. Man sieht in dieser kurzen Frist seine Umgebungen von der tropischen Vegetation von Taweta in die leblose Wildniss von Eis, Felsen und Schnee übergehen. Auf halbem Wege finden sich liebliche Gegenden am Berge, so mild, gleichmässig und feucht, als befände man sich zur Sommerzeit im südwestlichen England. Hier legen das dichte Grün und das üppige Farrnleben Zeugniss ab von dem beständigen Einfluss milder Regengüsse. Etwa 1000 m tiefer kann man vertrocknen und verdorren in den heissen Wüstenwinden, welche, wenn auch in veränderter Weise, an den Si-