SECHZEHNTES KAPITEL.
VON GONDJA NACH LONDON.
Nachdem wir die Ortschaft Gondja verlassen hatten, wanderten wir durch eine schöne und wohlbewaldete Ebene, welche, obwol wenig angebaut, überaus fruchtbar zu sein schien. Wir lagerten dann neben der Stadt Kihungwe's, eines andern Seguha-Häuptlings von der Familie von Sembodja, welcher sich an den Ufern des Flusses Mkomasi angesiedelt und alle Vagabunden und Flüchtlinge der benachbarten Landschaften nach seiner Stadt gezogen hatte. Wir befanden uns jetzt am nördlichen Eingange zu einer weiten Ebene, welche sich zwischen den Bergen von Pare und Usambara hinzieht und gemach zum Ruvuflusse abdacht. Sie ist vielleicht 60 km breit und nur von einigen harmlosen Massai-Banden bewohnt, deren Muth gebrochen ist, seitdem ihnen wiederholte Niederlagen von den Wasambara und Wapare beigebracht sind, und welche jetzt nicht einmal mehr Tribut von durchziehenden Karavanen erheben mögen. Ich traf einige Leute dieses Stammes längs des Weges und blieb stehen, um mit ihnen zu plaudern und einige weitere Bemerkungen über ihre Sprache einzuheimsen. Auch begegneten wir einigen Wambugu, einer merkwürdigen Gesellschaft von Viehzüchtern, welche am Fusse der üsambara-Berge wohnen.
Diese Ebene ist mit lockern Gebüschen, verkrüppelten Bäumen und stellenweise mit smaragdgrünen Grasplätzen bedeckt. Sie beherbergt ungezählte Mengen Wild, welches hier Deckung, Nahrung und Wasser findet, denn der Mkomasi- Fluss fliesst mitten durch die Ebene.
Johnston, Kilima-Ndjaio. 1')