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Der Kilima-Ndjaro : Forschungsreise im östlichen Äquatorial-Afrika ; nebst einer Schilderung der naturgeschichtlichen und commerziellen Verhältnisse sowie der Sprachen der Kilima-Ndjaro-Gebietes / von H. H. Johnston. Aus dem Engl. von W. v. Freeden
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VIERZEHNTES KAPITEL.

DURCH DIE WÄLDER DES KIMAWENSI UND DIE LANDSCHAFT ROMBO.

Meine Schritte nach Marangu zurückzulenken, nachdem ein längeres Verweilen in der Nähe des Schnees unthunlich geworden war, wäre einfach Tollheit gewesen. Ich hatte den Sultan soweit benutzt, als er mir zur Lösung meiner Aufgabe behülflich sein konnte, aber jetzt in seine Besitzungen zurück­zugehen und mich freiwillig in seine Gewalt zu begeben, wäre gleichbedeutend gewesen mit dem Eintritt in eine Falle, aus welcher ich mich nur durch ein ungeheueres Lösegeld hätte befreien können. Nach der Djagga-Sitte galt ich einfach als Unterpfand, bis ich meine Versprechungen erfüllt und Sir John Kirk veranlasst hatte, den äussersten Forderungen meines gierigen Gefängnisswärters zu genügen. Darum kümmerten mich die unbekannten Gefahren des neuen Weges wenig, wenn ich nur nicht in die Sackgasse zurückfiel, aus welcher ich mich unter dem Vorwand, den Berg zu besteigen, heil herausge­zogen hatte. Ausserdem wünschte ich etwas von der Ostseite des Kilima-Ndjaro zu sehen. Nachdem ich also meine Karte gehörig studirt und mich mit dem Anführer besprochen hatte, entschied ich mich für einen Weg, welcher um den Fuss des Kimawensi herum durch Rombo zur Ebene hinabführte, und am Kratersee Djala und den Ufern des durch Taweta fliessen­den Lumi entlang ging.

Während der ganzen Dauer unsers Aufenthalts auf den obern Abhängen des Kilima-Ndjaro waren die in Marangu heimischen Führer bei uns geblieben, versteht sich gegen